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Kim besichtigt mit russischem Verteidigungsminister Waffen auf Luftstützpunkt
Bei seiner Russland-Reise hat Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un am Samstag gemeinsam mit dem russischen Verteidigungsminister Sergej Schoigu Waffen begutachtet. Ein Video des Verteidigungsministeriums zeigte Kim und Schoigu lächelnd bei der Inspektion einiger der modernsten Atombomber Russlands auf dem Flugplatz Knewitschi nahe Wladiwostok. Zuvor war Kim in der ostsibirischen Hafenstadt von Schoigu mit einer Ehrengarde empfangen worden.
Kim hielt sich seit Dienstag zu einem Besuch in Russland auf, es war seine erste offizielle Auslandsreise seit der Corona-Pandemie. Am Mittwoch traf er Kreml-Chef Wladimir Putin auf dem Weltraumbahnhof Wostotschny im Osten Russlands. Am Freitag besuchte der nordkoreanische Machthaber eine russische Flugzeugfabrik in Komsomolsk am Amur, in der Kampfflugzeuge vom Typ Suchoi Su-35 und Su-57 gebaut werden.
Auf dem Knewitschi-Flugfeld wurden Kim strategische Bombenflugzeuge der Typen Tu-160, Tu-95MS und TU-22M3 vorgeführt. "Die Flugzeuge bilden die Luftkomponente der russischen strategischen Atomstreitkräfte", erklärte das Verteidigungsministerium in Moskau.
Die vom russischen Verteidigungsministerium verbreiteten Aufnahmen zeigen Kim, wie er aufmerksam den Worten eines ranghohen russischen Militärvertreters lauscht. Der nordkoreanische Machthaber sah sich auch Kampfjets sowie ein luftgestütztes Hyperschallraketensystem des Typs Kinschal an. Dann gingen Kim und Schoigu an Bord der "Marschall Schaposchnikow", eines Zerstörers zur Abwehr von U-Booten. Der russische Marinechef Nikolai Jewmenow erklärte ihnen, welche Waffen das Kriegsschiff mit sich führt.
Kim wurde überdies noch in einer Universität erwartet. Hochschulen im Fernen Osten Russlands haben traditionell Studierende aus Nordkorea aufgenommen. Auch stand der Besuch von Meeresbiologie-Laboren in der Russischen Akademie für Wissenschaften auf dem Programm.
Putin versucht, die Beziehungen seines Landes zu den Verbündeten Russlands zu stärken. Der Westen befürchtet, dass Russland von Nordkorea Rüstungsgüter für seine Offensive in der Ukraine kaufen will. Nordkorea steht zugleich unter Verdacht, in Russland Technologien für sein Atom- und sein Raketenprogramm erwerben zu wollen.
Putins und Kims symbolischer Austausch von Gewehren als Gastgeschenke auf dem Weltraumbahnhof in Wostotschny heizte die Spekulationen an. Putin hatte nach dem Treffen von "Möglichkeiten" einer militärischen Kooperation zwischen Russland und Nordkorea gesprochen. Sein Sprecher Dmitri Peskow erklärte am Freitag jedoch, dass die beiden Länder während Kims Besuch keinerlei Abkommen unterzeichnet hätten.
Eine solche Kooperation sei "ziemlich beunruhigend und würde möglicherweise mehrere Resolutionen des UN-Sicherheitsrats verletzen", sagte der Sprecher des US-Außenministeriums, Matthew Miller.
Russland hatte sich zunächst dem Iran zugewendet, um von dort hunderte Drohnen geliefert zu bekommen. Pjöngjang verfügt über große Bestände an sowjetischem Material und produziert massenhaft konventionelle Waffen - in Nordkorea würde Moskau also nützliche Ressourcen finden. Vor allem könnte sich Russland für Raketen des Kalibers 122 Millimeter für den Mehrfachraketenwerfer BM-21 Grad aus Sowjetzeiten interessieren, die im nordkoreanischen Waffenarsenal vorhanden sind.
Im Gegenzug könnte sich das wegen seines Atom- und Raketenprogramms mit massiven internationalen Sanktionen belegte Nordkorea mit Benzin und Lebensmitteln aus Russland versorgen und sogar Zugang zu russischen Weltraumtechnologien erhalten. Moskau erwähnte eine mögliche Hilfe bei der Satellitenproduktion. In diesem Jahr waren bereits zwei nordkoreanische Versuche fehlgeschlagen, einen militärischen Spionagesatelliten ins All zu schicken.
B.Torres--AT