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Frankreichs Innenminister will mit Kollegen aus Deutschland und Italien über Lampedusa beraten
Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin will mit Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) und dem italienischen Amtskollegen Matteo Piantedosi über die Lage auf der italienischen Insel Lampedusa beraten. 10.000 Migranten waren zwischen Montag und Mittwoch auf der Insel eingetroffen. Dies entspricht mehr als der Bevölkerung der Insel, die seitdem den Notstand ausgerufen hat.
Darmanin hat sich bislang nicht dazu geäußert, ob Frankreich erwägt, nach deutschem Vorbild die freiwillige Aufnahme von Migranten aus Italien wegen "hohen Migrationsdrucks" auszusetzen. Die französischen Behörden meldeten kürzlich die Verdoppelung der Zahl einreisender Flüchtlinge ohne Aufenthaltsberechtigung an der italienisch-französischen Grenze. Die Zahl der Polizisten und Gendarmen an der Grenze wurde auf 200 aufgestockt. Sie setzen neuerdings auch Drohnen ein, um mutmaßliche irreguläre Migranten aufzuspüren.
Das gute Wetter der vergangenen Tage hatte dazu geführt, dass sich mehr Menschen als gewöhnlich von Nordafrika aus in Booten über das Mittelmeer auf den Weg nach Europa machten. Das Aufnahmezentrum auf Lampedusa ist für weniger als 400 Menschen ausgelegt. Zahlreiche Menschen schlafen derzeit unter freiem Himmel. Menschenrechtsorganisationen kritisieren die mangelnde Versorgung mit Wasser, Essen und medizinischem Personal.
Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) kamen 2023 bislang mehr als 2000 Menschen ums Leben, als sie versuchten, von Nordafrika aus über das Mittelmeer die Küsten Europas zu erreichen. Seit Jahresbeginn sind fast 126.000 Migranten an Italiens Küsten angekommen - 65.000 waren es im Vorjahreszeitraum.
D.Johnson--AT