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Oppositionsführer in Simbabwe wirft Regierung Wahlmanipulation vor
Nach den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Simbabwe hat Oppositionsführer Nelson Chamisa der Regierung Wahlmanipulation und Einschüchterung von Wählern vorgeworfen. "Dies ist ein klarer Fall von Wählerunterdrückung, ein klassischer Fall von steinzeitlichem (...) Betrug", sagte Chamisa am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Harare. Beobachter rechnen mit einer Wiederwahl des 80-jährigen Präsidenten Emmerson Mnangagwa und seiner seit Jahrzehnten regierenden ZANU-PF.
Chamisa, Chef der Bürgerkoalition für den Wandel (CCC), warf der Regierung vor, das Land durch Verzögerungen und Manipulationen bei den Wahlen in eine Krise gestürzt zu haben. Die Regierungspartei klammere sich "verzweifelt" an die Macht, erklärte Chamisa. Außerdem prangerte er angebliche Einschüchterungsversuche der ZANU-PF-Partei an. In ländlichen Gebieten seien Wähler "terrorisiert" worden.
Weniger als ein Viertel der Wahllokale in Harare - einer Hochburg der Opposition - hatten am Mittwoch pünktlich geöffnet. Die Wahlkommission räumte die Verspätungen ein und führte das Problem auf Verzögerungen beim Druck der Stimmzettel zurück.
Viele Wähler standen schon am Morgen vor den Wahllokalen Schlange. "Ich bin sehr frustriert und enttäuscht", sagte etwa die 53-jährige Linda Phiri, die in Kambuzuma, einem Bezirk von Harare, seit 06.00 Uhr in der Warteschlange stand. "Meine Stimme ist mein Recht", begründete der 81-jährige Tipi Mvere seine Entschlossenheit, in der Schlange zu bleiben. Er berichtete, seit mehr als acht Stunden auf seine Stimmabgabe zu warten.
Wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete, wurde die Abstimmung in einem Wahllokal im Vorort Warren Park in Harare erst mit zwölf Stunden Verspätung eröffnet – zu einer Zeit, zu der die Wahllokale eigentlich bereits schließen sollten.
Die Manipulationsvorwürfe wiesen die Wahlbehörden jedoch entschieden zurück. Sie seien das "Ergebnis einer blühenden Fantasie", sagte der Vizechef der Wahlbehörde, Rodney Kiwa, zu AFP. "Sollte es Probleme geben, werden wir sie regeln."
Die vor allem in den Städten starke Opposition hoffte auf die Stimmen von Protestwählern, die angesichts einer desaströsen Wirtschaftslage mit einer Rekordarbeitslosigkeit, hoher Inflation und zunehmender Armut auf einen Wechsel wollen.
Nach einer monatelangen Kampagne der Regierung gegen die Opposition mit Festnahmen und dem Verbot von Treffen gingen jedoch nur wenige von einem Sieg Chamisas aus. Die Ergebnisse der Wahlen sollen innerhalb von fünf Tagen nach der Abstimmung veröffentlicht werden.
Simbabwe wird seit der Unabhängigkeit von der Kolonialmacht Großbritannien 1980 von der ZANU-PF beherrscht. Zunächst war 37 Jahre lang der Autokrat Robert Mugabe an der Macht. Als das Militär 2017 gegen den Staatschef putschte, kam Mugabes Vize Mnangagwa ins Amt.
M.O.Allen--AT