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Opposition beklagt hunderte Festnahmen vor Anti-Regierungsdemonstrationen
Einen Tag vor geplanten Demonstrationen gegen die Regierung sind in Bangladesch der Opposition zufolge hunderte ihrer Anhänger festgenommen worden. "Seit Mittwoch hat die Polizei mindestens 538 unserer Leute festgenommen", sagte der Sprecher der größten Oppositionspartei Bangladesh National Party (BNP), Zahir Uddin Swapan, der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag.
Ein Sprecher der Polizei in der Hauptstadt Dhaka teilte mit, seit Mittwoch seien 366 Menschen festgenommen worden. Er machte allerdings keine Angaben zu deren politischem Hintergrund. Der stellvertretende Polizeipräsident von Dhaka, Hayatul Islam Khan, gab an, einige Unterstützer der oppositionellen BNP seien in einem Hotel in der Hauptstadt festgesetzt worden. Er nannte jedoch keine weiteren Details. Die Tageszeitung "Prothom Alo" berichtete unter Berufung auf Polizeikreise von 411 festgehaltenen Menschen, darunter 366 BNP-Unterstützer.
Die Oppositionspartei hatte gemeinsam mit Dutzenden kleineren verbündeten Gruppen für Freitag zu landesweiten Protesten aufgerufen. Sie forderten einen Rücktritt der aktuellen Regierungschefin Sheikh Hasina. Zudem sollen die für kommenden Januar angesetzten Wahlen unter der Führung einer neutralen Interimsregierung stattfinden. Hasina wies die Forderungen als "verfassungswidrig" zurück.
Bei früheren Protesten waren in diesem Monat bereits zehntausende Menschen in Bangladesch auf die Straße gegangen. Bei Zusammenstößen am 18. Juli starb ein Unterstützer der Opposition, hunderte wurden verletzt. Die Opposition machte Anhänger der Regierungspartei dafür verantwortlich.
Auch westliche Regierungen haben sich wiederholt besorgt über die politische Stimmung in Bangladesch geäußert. Seit 2009 ist dort die Partei Awami League der amtierenden Regierungschefin an der Macht. Ihr werden unter anderem Menschenrechtsverletzungen und Korruption vorgeworfen.
Sicherheitskräfte der Regierungspartei sollen zehntausende Oppositionelle inhaftiert und hunderte in außergerichtlichen Verfahren hingerichtet haben. Zudem sollen hunderte Anführer und Unterstützer der Opposition verschwunden sein.
H.Romero--AT