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IAEA entdeckt Minen in Pufferzone an ukrainischem Atomkraftwerk Saporischschja
Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat auf dem Gelände des von Russland besetzten ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja mehrere Minen entdeckt. Wie IAEA-Chef Rafael Grossi berichtete, entdeckten Mitarbeiter "einige Minen in einer Pufferzone zwischen der inneren und äußeren Umzäunung der Anlage". Derweil warfen sich Moskau und Kiew am Dienstag gegenseitig nächtliche Angriffe vor: Russland erklärte, einen Drohnenangriff auf ein Militärboot im Schwarzen Meer abgewehrt zu haben. Die ukrainische Hauptstadt Kiew wurde laut ukrainischen Behörden erneut Ziel russischer Luftangriffe.
Angaben zur Anzahl der Minen auf dem Kraftwerksgelände Saporischschja machte Grossi nicht. Die Sprengsätze befinden sich demnach in "Sperrgebieten", zu denen das Betriebspersonal der Anlage keinen Zugang hat.
Grossi zufolge geht die IAEA in einer ersten Einschätzung davon aus, dass eine Detonation der Minen "die Sicherheits- und Sicherungssysteme der Atomanlage nicht beeinträchtigen dürfte". Das Auslegen von Sprengsätzen auf dem Gelände bezeichnete er aber zugleich als "unvereinbar mit den IAEA-Sicherheitsstandards und den Leitlinien für nukleare Sicherheit".
Das Akw Saporischschja ist das größte Atomkraftwerk Europas. Die russische Armee brachte es bereits kurz nach dem Beginn ihres Angriffs auf die Ukraine unter ihre Kontrolle. Kiew und Moskau haben sich immer wieder gegenseitig beschuldigt, die Sicherheit des Atomkraftwerks zu gefährden.
Etwa 450 Kilometer weiter nordwestlich beklagten Behörden in Kiew am Dienstag den nach eigenen Angaben sechsten Drohnenangriff auf die Hauptstadt in diesem Monat. In der Nacht habe Russland "Kiew mit Kampfdrohnen angegriffen", teilte Militärverwaltungschef Serhij Popko im Onlinedienst Telegram mit. Der Luftalarm habe drei Stunden gedauert, alle Geschosse seien entdeckt und zerstört worden. Opfer oder Schäden gebe es nach derzeitigem Stand nicht, erklärte Popko.
Zuvor hatte die Kiewer Militärverwaltung vor weiteren Drohnenangriffen gewarnt und die Bewohner aufgefordert, in Schutzräumen zu bleiben. Die ukrainische Luftwaffe gab eine Warnung vor Drohnenangriffen auf die südlichen Regionen Odessa und Mykolajiw am Schwarzen Meer heraus. Seit dem Auslaufen des Abkommens zum Export ukrainischen Getreides aus Schwarzmeer-Häfen in der vergangenen Woche hatte Russland wiederholt die beiden Hafenstädte angegriffen.
Das Getreideabkommen war im Juli 2022 in Istanbul unterschrieben und anschließend zwei Mal verlängert worden. Die Übereinkunft ermöglichte es der Ukraine, trotz des russischen Angriffskriegs über das Schwarze Meer Getreide zu exportieren. Vor rund einer Woche hatte Russland das Getreideabkommen aber auslaufen lassen. Zeitgleich hatte Russland angekündigt, alle Schiffe im Schwarzen Meer mit dem Ziel Ukraine als Schiffe einzustufen, "die potenziell militärische Ladung transportieren". Die Ukraine reagierte ihrerseits mit einer ähnlichen Warnung für Schiffe mit russischen Zielhäfen.
Das russische Verteidigungsministerium gab am Dienstag an, in der Nacht eine Drohnenattacke auf das Boot einer Militärpatrouille im Schwarzen Meer abgewehrt zu haben. "Die Streitkräfte der Ukraine haben einen erfolglosen Angriff mit zwei Marinedrohnen auf das Patrouillenschiff 'Sergej Kotow' ausgeführt", erklärte das Ministerium.
K.Hill--AT