Arizona Tribune - Unicef: Jede Stunde wird im Sudan ein Kind verletzt oder getötet

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Unicef: Jede Stunde wird im Sudan ein Kind verletzt oder getötet
Unicef: Jede Stunde wird im Sudan ein Kind verletzt oder getötet / Foto: - - AFP/Archiv

Unicef: Jede Stunde wird im Sudan ein Kind verletzt oder getötet

In den seit 100 Tagen andauernden Gefechten im Sudan sind nach Angaben von Unicef mindestens 435 Kinder getötet und 2025 Kinder verletzt worden - durchschnittlich mehr als ein Kind pro Stunde. Wie das UN-Kinderhilfswerk am Montag mitteilte, dürfte die tatsächliche Opferzahl sogar noch weitaus höher liegen, da es sich lediglich um die Opfer handelt, die Unicef seit Beginn des gewaltsamen Konflikts gemeldet wurden.

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"Jeden Tag werden Kinder getötet, verletzt, entführt und erleben mit, wie Schulen, Krankenhäuser und die lebenswichtige Infrastruktur sowie lebensrettende Hilfsgüter, auf die sie angewiesen sind, beschädigt, zerstört oder geplündert werden", erklärte der stellvertretende Unicef-Exekutivdirektor Ted Chaiban. Fast 14 Millionen Mädchen und Jungen im Land sind demnach auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Unicef schätzt, dass etwa 68 Prozent der Krankenhäuser in den am stärksten betroffenen Gebieten nicht länger funktionsfähig sind und mindestens 17 Krankenhäuser bombardiert wurden. Außerdem wurden nach UN-Angaben zahlreiche Lager mit humanitären Hilfsgütern geplündert.

Unicef zählt mindestens 690.000 Kinder im Land, die von schwerer akuter Mangelernährung bedroht sind. Doch die finanziellen Mittel sind knapp und die Verteilung von Hilfsgütern ist durch den Konflikt zusätzlich erschwert: Ein Nothilfeaufruf der UNO für Kinder im Sudan ist erst zu neun Prozent finanziert, wie die Organisation weiter mitteilte.

Nach Angaben des norwegischen Flüchtlingsrats steht der Sudan "am Rande des Zusammenbruchs" und kämpft mit einer beispiellosen Serie von Krisen. Es wird erwartet, dass die kommende Regenzeit die Situation durch ein höheres Risiko von Überschwemmungen, Hunger und Krankheitsausbrüchen noch verschärft.

In dem nordostafrikanischen Land liefern sich seit Mitte April die Armee von Militärherrscher Abdel Fattah al-Burhan und die RSF-Miliz seines früheren Stellvertreters Mohamed Hamdan Daglo einen blutigen Machtkampf. Rund 3900 Todesopfer wurden seither gezählt, die tatsächliche Opferzahl dürfte aber weit größer sein. Der Konflikt hat nach UN-Angaben schon mehr als drei Millionen Menschen in die Flucht getrieben.

A.Williams--AT