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Pentagon: Wagner-Kämpfer derzeit nicht nennenswert an Kämpfen in Ukraine beteiligt
Die russischen Wagner-Söldner sind nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums derzeit nicht nennenswert an den Kämpfen in der Ukraine beteiligt. "In diesem Stadium sehen wir keine Wagner-Truppen, die sich in bedeutendem Ausmaß an Kampfeinsätzen in der Ukraine beteiligen", erklärte Pentagon-Sprecher Pat Ryder am Donnerstag (Ortszeit). Präsident Wladimir Putin hatte nach eigenen Angaben der Söldnertruppe zuvor angeboten, unter einem neuen Anführer weiter zu "dienen" - Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin lehnte dies aber ab.
Die USA hätten festgestellt, dass sich "die Mehrheit" der Wagner-Kämpfer immer noch in russisch besetzten Gebieten der Ukraine aufhalte, sagte Pentagon-Sprecher Ryder vor Journalisten. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums übergab die Söldnergruppe der russischen Armee am Mittwoch zehntausende Waffen, Geschütze und Munition.
Die Gruppe hatte in Russlands Offensive in der Ukraine zuvor eine wichtige Rolle gespielt - vor allem bei der monatelang andauernden Schlacht um die Industriestadt Bachmut.
Die Existenz privater Militärfirmen wie der Gruppe Wagner ist nach russischem Recht bislang nicht erlaubt. Der Kreml zieht nun eine Legalisierung solcher Firmen und insbesondere von Wagner in Betracht.
"Rechtlich betrachtet existiert die private Militärfirma Wagner nicht und hat auch nie existiert", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Putin sagte in einem am Donnerstag in der Zeitung "Kommersant" veröffentlichten Interview, dass die Wagner-Gruppe keinen legalen Status müsse in der Duma und in der Regierung diskutiert werden.
In demselben Interview sagte Putin, er habe den Wagner-Kämpfern angeboten, künftig unter einem anderen Befehlshaber zu dienen - dies wurde nach seinen Worten aber von Prigoschin abgelehnt. Wagners Soldaten "hätten an einem Ort zusammengeführt werden und weiter dienen können", sagte Putin.
Für die Söldner hätte sich dadurch "nichts geändert, sie wären von der Person geführt worden, die während der ganzen Zeit ihr eigentlicher Befehlshaber war", sagte Putin.
Bei der von Putin bei einem Treffen Ende Juni vorgeschlagenen Person handelte es sich um einen Wagner-Kommandeur mit dem Decknamen "Sedoi" (Grauhaar), der in den vergangenen 16 Monaten die Söldner an der ukrainischen Front angeführt haben soll.
Zahlreiche anwesende Kommandeure hätten nach seinem Vorschlag mit dem Kopf genickt, der vorne sitzende Prigoschin habe den Vorschlag jedoch im Namen der Truppe abgelehnt, sagte Putin laut "Kommersant".
Die Wagner-Gruppe hatte mit einem Aufstand am 24. Juni versucht, die russische Militärführung zu stürzen. Wagner-Kämpfer hatten mehrere Stunden lang das Hauptquartier der russischen Armee in der Stadt Rostow am Don im Südwesten des Landes besetzt und waren dann in Richtung Moskau vorgerückt.
Der Aufstand endete aber noch am selben Tag mit einer Vereinbarung, welche die Ausreise Prigoschins nach Belarus vorsah. Den Wagner-Kämpfern stellte Putin danach frei, sich der regulären Armee anzuschließen, ebenfalls nach Belarus auszureisen oder aber ins zivile Leben zurückzukehren. Der derzeitige Aufenthaltsort von Prigoschin ist unklar.
O.Gutierrez--AT