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Afrikanische Staats- und Regierungschefs fordern Ende der Kämpfe im Sudan
Die Staats- und Regierungschefs der afrikanischen Nachbarländer des Sudan haben bei einem Gipfeltreffen ein Ende der Kämpfe im Land gefordert. Gleichzeitig gingen Schusswechsel, Explosionen und das Getöse der Kampfjets in der sudanesischen Hauptstadt Khartum am Donnerstag weiter, wie Augenzeugen der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Im Westen des Landes wurde nach UN-Angaben unterdessen ein Massengrab mit mindestens 87 Leichen gefunden.
Die Staats- und Regierungschefs aus Ägypten, Äthiopien, Eritrea, Tschad, Südsudan, der Zentralafrikanischen Republik und Libyen trafen sich am Donnerstag in der ägyptischen Hauptstadt Kairo zu Gesprächen über den Konflikt und seine Auswirkungen. Auch Vertreter der Afrikanischen Union und der Arabischen Liga nahmen an den Verhandlungen teil.
Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi lobte die "edlen Bemühungen" der Nachbarn des Sudan, "hunderttausende Flüchtlinge mit begrenzten Mitteln in einer äußerst schwierigen globalen Wirtschaftslage aufzunehmen". Er forderte die internationale Gemeinschaft auf, ihre "Versprechen einzuhalten". Bei einer Geberkonferenz im Juni waren für den Sudan Hilfszahlungen in Höhe von insgesamt 1,5 Milliarden Dollar (1,37 Milliarden Euro) versprochen worden, Deutschland kündigte Mittel in Höhe von 200 Millionen Euro bis 2024 an.
Seit Mitte April wird der Sudan von einem Machtkampf zwischen der Armee von Militärmachthaber Abdel Fattah al-Burhan und der RSF-Miliz seines früheren Stellvertreters Mohamed Hamdan Daglo erschüttert. Fast 3000 Tote wurden seither gezählt, die tatsächliche Opferzahl dürfte aber weit größer sein. Der Konflikt hat nach Angaben einer UN-Organisation mehr als drei Millionen Menschen in die Flucht getrieben.
Die Gipfelteilnehmer forderten beide Konfliktparteien im Sudan dazu auf, Korridore für dringend benötigte Hilfe zu sichern. Die humanitäre Krise im Sudan hat sich seit Beginn des Konflikts immer weiter verschärft.
Die UNO warnte derweil vor einem "allumfassenden Bürgerkrieg" und einer "Destabilisierung" der gesamten Region. In einem Massengrab im Westen des Sudan waren nach UN-Angaben die Leichen von mindestens 87 mutmaßlich durch die Miliz Rapid Support Forces (RSF) getöteten Menschen gefunden worden. Die Menschen starben zwischen dem 13. und 21. Juli in Al-Dschunaina, der Hauptstadt des sudanesischen Bundesstaats West-Darfur, wie das UN-Menschenrechtsbüro am Donnerstag mitteilte.
Unter den Toten waren demnach sieben Frauen, sieben Kinder und einige Angehörige des nicht-arabischen Volkes der Masalit. Kämpfer der Miliz Rapid Support Forces (RSF) hätten Einwohner aufgefordert, die Opfer außerhalb der Stadt zu begraben, hieß es von Seiten der UNO. Erst im Juni war in West-Darfur Gewalt ausgebrochen, nachdem der Gouverneur des Bundesstaates getötet worden war. Der UNO liegen bereits Berichte über zielgerichtete Gewalt durch arabischstämmige Milizen gegen die Volksgruppe der Masalit vor. Der Konflikt im Sudan hat nach UN-Einschätzung bereits eine "ethnische Dimension" angenommen.
Th.Gonzalez--AT