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Mann verklagt Fox News wegen Verschwörungstheorie zu Kapitol-Erstürmung
Wegen der Verbreitung einer Verschwörungstheorie zur Kapitol-Erstürmung vom 6. Januar 2021 hat ein Mann den rechten US-Nachrichtensender Fox News auf Schadenersatz verklagt. In der am Mittwoch bei einem Gericht im Bundesstaat Delaware eingereichten Klage wirft Ray Epps dem Sender vor, ihn fälschlicherweise als verdeckten Agenten der Bundespolizei FBI darstellt zu haben, der zu dem Sturm auf das Parlament in Washington angestiftet habe.
"Nach den Ereignissen vom 6. Januar hat Fox News nach einem Sündenbock gesucht, um jemandem anderen als (den damaligen Präsidenten) Donald Trump oder der Republikanischen Partei die Schuld zu geben", heißt es in der Klageschrift. Fox News habe daraufhin die "Fantasie-Geschichte" verbreitet, der an dem Angriff auf den Kongress beteiligte Trump-Anhänger Epps habe als FBI-Undercover-Agent gehandelt und sei "verantwortlich für den Mob, der gewaltsam in das Kapitol einbrach".
Epps und seine Frau hätten in der Folge Todesdrohungen erhalten, heißt es in der Klage. Sie hätten ihr Grundstück im Bundesstaat Arizona verkaufen müssen und würden jetzt in einem Wohnwagen im Nachbarstaat Ohio leben. Der Mann, der nach eigenen Angaben bei den Präsidentschaftswahlen 2016 und 2020 für Trump gestimmt hatte, verlangt von Fox News Schadenersatz und Schmerzensgeld in nicht genannter Höhe.
Radikale Trump-Anhänger hatten das Kapitol erstürmt, um eine endgültige Bestätigung des Wahlsiegs des Demokraten Joe Biden bei der Präsidentschaftswahl vom November 2020 zu verhindern. Trump hatte zuvor über Wochen die Falschbehauptung verbreitet, ihm sei ein Sieg durch massiven Wahlbetrug gestohlen worden.
Epps glaubte nach eigenen Angaben dieser Darstellung - und reiste von Arizona aus nach Washington, um am 6. Januar 2021 an einer Kundgebung von Trump teilzunehmen. Videoaufnahmen zeigen, dass er auch am folgenden Angriff auf das Kapitol beteiligt war und mit anderen Protestteilnehmern sprach.
Auf Fox News verbreitete dann insbesondere der inzwischen gefeuerte Starmoderator Tucker Carlson die Theorie, Epps sei ein verdeckter FBI-Agent gewesen. Verschwörungstheorien zufolge soll das FBI zur Kapitol-Erstürmung angestiftet haben, um Trump und seine Anhänger in Misskredit zu bringen.
Die Behörden weisen diese Darstellung entschieden zurück. FBI-Chef Christopher Wray sagte am Mittwoch bei einer Kongressanhörung, die Vorstellung, dass die Gewalt vom 6. Januar "irgendwie Teil einer von FBI-Quellen und Agenten organisierten Operation war, ist lächerlich und erweist unseren mutigen, hart arbeitenden und engagierten Männern und Frauen einen schlechten Dienst".
Die Verleumdungsklage von Ray Epps gegen Fox News ist nicht die erste Klage gegen den rechten Nachrichtensender im Zusammenhang mit der Präsidentschaftswahl 2020 und ihren Folgen. Im April erklärte sich der zum Medienimperium des umstrittenen Milliardärs Rupert Murdoch gehörende Sender im Zuge eines Vergleichs zur Zahlung von 787,5 Millionen Dollar (rund 715 Millionen Euro) an den Wahlmaschinenhersteller Dominion bereit.
Dominion hatte Fox News wegen der Verbreitung falscher Wahlbetrugsvorwürfe auf 1,6 Milliarden Dollar Schadenersatz verklagt. Kurz nach dem Vergleich feuerte Fox News seinen ebenso erfolgreichen wie umstrittenen Moderator Carlson, der als rechter Scharfmacher bekannt ist und dem Kritiker immer wieder rassistische Äußerungen und die Verbreitung von Falschinformationen vorgeworfen haben.
D.Johnson--AT