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Selenskyj betont zum 500. Kriegstag Durchhaltewillen der Ukraine
Zum 500. Tag seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen sein Land hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den Durchhaltewillen seines Landes betont. Die Ukraine werde "niemals durch die Besatzer erobert werden, denn wir sind das Land der Tapferen", sagte Selenskyj in einem am Samstag veröffentlichten Video, das ihn bei einem Besuch auf der symbolträchtigen Schlangeninsel im Schwarzen Meer zeigt. Die UNO verurteilte derweil die Folgen des Krieges. Nach Angaben der UN-Mission HRMMU wurden seit Beginn der russischen Invasion bereits mehr als 9000 Zivilisten getötet.
Das undatierte und am Samstag in Onlinenetzwerken veröffentliche Video zeigt Selenskyj, wie er mit einem Boot auf der Schlangeninsel im Schwarzen Meer ankommt und Blumen an einer Gedenkstätte niederlegt. "Ich möchte von hier aus, von diesem Ort des Sieges, jedem unserer Soldaten für diese 500 Tage danken", sagte der ukrainische Präsident mit Blick auf die Dauer des russischen Angriffskrieges.
Die Schlangeninsel gilt seit Beginn des russischen Angriffskriegs als Symbol des ukrainischen Widerstands. Die Besatzung des später gesunkenen russischen Kriegsschiffes "Moskwa" hatte die auf der Insel stationierten ukrainischen Grenzschützer am ersten Tag der am 24. Februar vergangenen Jahres begonnenen Invasion aufgefordert, sich zu ergeben.
"F...k dich, russisches Kriegsschiff!", antwortete darauf ein Grenzschützer in einem Funkspruch, der weltweit auf Schlagzeilen machte. Kurze Zeit später nahm die russische Armee die Insel ein. Die ukrainischen Soldaten wurden gefangen genommen und kamen später im Zuge eines Gefangenenaustausches frei. Ende Juni vergangenen Jahres eroberten die ukrainischen Streitkräfte die Insel wieder zurück.
Unterdessen erklärte die UN-Mission zur Überwachung der Menschenrechte in der Ukraine (HRMMU) anlässlich des 500. Tags seit Kriegsbeginn, dass seitdem mehr als 9000 Zivilisten getötet worden seien, darunter 500 Kinder. Der Krieg verlange der ukrainischen Bevölkerung weiterhin einen "schrecklichen Tribut" ab, sagte HRMMU-Vizechef Noel Calhoun.
Am Samstag stieg die Zahl der Todesopfer durch den Krieg weiter an: Nach Angaben des Gouverneurs der ostukrainischen Region Donezk, Pawlo Kyrylenko, wurden bei einem russischen Angriff auf die Stadt Lyman mindestens sechs Menschen getötet und fünf weitere verletzt.
UN-Generalsekretär António Guterres kritisierte derweil die Ankündigung der USA, Streumunition an die Ukraine zu liefern. Guterres wolle nicht, "dass weiterhin Streumunition auf dem Schlachtfeld eingesetzt wird", erklärte ein Sprecher. Washington hatte am Freitag angekündigt, die von vielen Ländern geächtete Munition an die Ukraine zu liefern. Laut dem Nationalen Sicherheitsberater Jake Sullivan ist die Streumunition als "Übergang" gedacht, um den derzeitigen Mangel an Artilleriemunition bei der Verteidigung gegen russische Angriffe und der ukrainischen Gegenoffensive auszugleichen.
Derweil äußerte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan seine Unterstützung für eine Nato-Mitgliedschaft der Ukraine. "Es gibt keinen Zweifel daran, dass die Ukraine die Mitgliedschaft in der Nato verdient", sagte Erdogan am späten Freitagabend nach einem Treffen mit Selenskyj in Istanbul. Gleichzeitig forderte er Russland und die Ukraine auf, zu "Friedensgesprächen zurückzukehren".
Für August kündigte Erdogan einen Türkei-Besuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin an. Bei den Gesprächen solle es unter anderem um die Verlängerung des am 17. Juli auslaufenden Abkommens zur Ausfuhr ukrainischen Getreides gehen. Das Nato-Land Türkei hat ungeachtet des Ukraine-Krieges bislang ein gutes Verhältnis sowohl zur Ukraine als auch zu Russland aufrecht erhalten.
O.Ortiz--AT