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Seoul: Nordkoreanischer Spionagesatellit hatte "keinen militärischen Nutzen"
Der Ende Mai nach einem misslungenen Start abgestürzte erste nordkoreanische Spionagesatellit war nach Angaben Seouls unbrauchbar: Experten aus Südkorea und den USA seien nach einer Analyse der aus dem Meer gefischten Wrackteile zu dem Ergebnis gekommen, dass er als Aufklärungssatellit von "keinerlei militärischem Nutzen war", teilte das Verteidigungsministerium in Seoul am Mittwoch mit.
Pjöngjang hatte seinen nach eigenen Angaben ersten militärischen Aufklärungssatelliten im Mai ins All befördern wollen. Minuten nach dem Start stürzte die Trägerrakete mit dem Satelliten jedoch ins Gelbe Meer. Der südkoreanischen Marine gelang es erst unter großem Aufwand und nach langer Zeit, Teile der Trägerrakete und des Satelliten zu bergen.
Die kommunistische Führung in Pjöngjang hatte die Entwicklung eines militärischen Spionagesatelliten zur obersten Priorität erklärt. Sie bezeichnete ihn als notwendiges Gegengewicht zur wachsenden US-Militärpräsenz in der Region. Nach dem misslungenen Versuch Ende Mai kündigte sie an, bald eine neue Satellitenmission starten zu wollen.
Seit 1998 hat Nordkorea bereits sechsmal versucht, Satelliten ins All zu schießen. Drei der Satelliten fielen sofort aus, zwei schienen erfolgreich im Orbit positioniert worden zu sein. Von ihnen wurde jedoch nie von unabhängiger Stelle ein Signal geortet, was Experten zufolge darauf schließen lässt, dass sie ebenfalls nicht funktionieren.
W.Stewart--AT