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Wirtschaftsinstitut hält neue Einkommensgrenze für Elterngeld für zu knapp bemessen
Das Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat die geplante Absenkung der Einkommensobergrenze für den Bezug von Elterngeld als zu weitgehend kritisiert. "Die Idee, die Grenze für das Elterngeld zu reduzieren, ist grundsätzlich nicht verkehrt", erklärte der IW-Experte Wido Geis-Thöne am Mittwoch. "Allerdings ist sie mit 150.000 Euro eher niedrig – das erreichen zwei Akademiker in Vollzeit auch ohne Spitzenpositionen". Die Ampel-Koalition müsse sich fragen, "ob sie nicht über ihr Ziel hinausschießt".
Derzeit können Paare mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen bis 300.000 Euro die Leistung in Anspruch nehmen. Künftig soll die Grenze laut Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne) bei 150.000 Euro liegen. Paus findet den Schritt allerdings selbst problematisch und begründet ihn mit Vorgaben des FDP-geführten Bundesfinanzministeriums wegen des Sparbedarfs im Haushalt. FDP-Politiker wiesen diese Darstellung zurück.
Von den geplanten Einschnitten sind nach Angaben der Familienministerin etwa 60.000 Familien betroffen. Nach Angaben des IW könnten die Auswirkungen der Maßnahme aber deutlich größer sein. Das Institut zog in seine Berechnungen auch die Paare ein, die potenziell noch Kinder bekommen könnten.
In Deutschland lebten 2020 demnach 435.000 Paare unter 50 Jahre, die gemeinsam mehr als 150.000 Euro zu versteuerndes Jahreseinkommen hatten. Davon waren 125.000 unverheiratet und 310.000 in einer Ehe, wie das IW erläuterte. Insgesamt seien damit etwas weniger als fünf Prozent der Paare unter 50 Jahren potenziell von den Kürzungen beim Elterngeld betroffen.
W.Morales--AT