Arizona Tribune - Israelische Armee: Rückzug aus Flüchtlingslager Dschenin hat begonnen

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Israelische Armee: Rückzug aus Flüchtlingslager Dschenin hat begonnen
Israelische Armee: Rückzug aus Flüchtlingslager Dschenin hat begonnen / Foto: RONALDO SCHEMIDT - AFP

Israelische Armee: Rückzug aus Flüchtlingslager Dschenin hat begonnen

Die israelische Armee hat eigenen Angaben zufolge am Dienstagabend den Rückzug aus dem Flüchtlingslager der Stadt Dschenin im besetzten Westjordanland eingeleitet. Die Streitkräfte hätten "mit dem Abzug begonnen", sagte ein Armeesprecher am Dienstagabend der Nachrichtenagentur AFP, ohne weitere Angaben zu machen. Dem palästinensischen Gesundheitsministerium zufolge wurden bei dem israelischen Einsatz am Dienstag zwei weitere Palästinenser getötet, die Zahl der Todesopfer stieg demnach auf mindestens zwölf.

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Die Militäraktion in Dschenin, einer Hochburg radikaler Palästinensergruppen, war am Montag von der rechtsgerichteten israelischen Regierungskoalition von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu angeordnet worden. Ziel sei es, das "Terroristen-Netz" auszuheben, sagte Netanjahu.

Der Norden des Westjordanlands ist seit einiger Zeit immer wieder Schauplatz von Angriffen auf Israelis, aber auch von Gewalt radikaler jüdischer Siedler gegen Palästinenser. Nach palästinensischen Angaben handelte es sich um den massivsten Armeeeinsatz seit fünf Jahren.

Die Armee machte dabei eigenen Angaben zufolge in Dschenin unter anderem sechs Anlagen zur Herstellung von Sprengstoff und drei Einsatzzentralen unbrauchbar. Zudem hätten die Einsatzkräfte eine große Anzahl an Waffen beschlagnahmt.

Rund 3000 der 18.000 Einwohner des Flüchtlingslagers flohen am Montagabend vor den Kämpfen. Sie sollen nach Angaben des Vize-Gouverneurs von Dschenin, Kamal Abu al-Rub, vorläufig in Schulen und anderen Notunterkünften untergebracht werden.

Am Dienstag hatte ein nach israelischen Polizeiangaben aus dem Westjordanland stammender Mann in Tel Aviv sieben Menschen bei einem Attentat mit einem Wagen und dann mit einer Stichwaffe verletzt, bevor ein bewaffneter Passant ihn erschoss.

Die Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern hatten sich bereits zu Beginn des vergangenen Jahrs verschärft. Unter Netanjahu und seinen teils rechtsextremen Koalitionspartnern aber hat die Gewalt nochmals zugenommen. Allein seit Jahresbeginn wurden mindestens 188 militante und zivile Palästinenser, 25 Israelis, ein Ukrainer und ein Italiener getötet, wie eine Zählung von AFP auf Grundlage offizieller Quellen ergibt.

A.Ruiz--AT