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EU-Ratsvorsitz sichert Ukraine "unmissverständliche" Unterstützung zu
Zum Auftakt der spanischen EU-Ratspräsidentschaft hat Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez der Ukraine die "unmissverständliche" Unterstützung der Europäischen Union zugesichert. Spanien unterstütze zudem eine "Stärkung der Nato-Partnerschaft mit der Ukraine, unter anderem mit der Einrichtung eines Nato-Ukraine-Rats", betonten Sánchez und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Samstag bei einem Besuch des spanischen Ministerpräsidenten in Kiew. In der Nacht auf Sonntag wehrte die ukrainische Luftwaffe nach eigenen Angaben Angriffe auch auf Kiew ab.
"Ich wollte, dass der erste Akt der spanischen Präsidentschaft des Rates der Europäischen Union in der Ukraine stattfindet", schrieb Sánchez im Onlinedienst Twitter. Selenskyj dankte dem spanischen Regierungschef für seinen "wichtigen Besuch".
Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz stimmte Selenskyj aber auch kritische Töne an. Er warf "manchen" westlichen Partnern vor, ihre Pläne zur Ausbildung ukrainischer Kampfflugzeugpiloten hinauszuzögern. "Es gibt keinen Zeitplan für Trainingsmissionen. Ich glaube, dass einige Partner die Sache schleifen lassen", sagte er.
Außerdem sagte Selenskyj, sein Land solle eine "Einladung" zur Aufnahme in die Nato nach Ende des Krieges bekommen. "Wir brauchen auf dem Gipfel in Vilnius ein sehr klares und verständliches Zeichen, dass die Ukraine nach dem Krieg ein gleichberechtigtes Mitglied der Nato werden kann", sagte der ukrainische Präsident. Dies wäre "sehr wichtig für uns". An dem Nato-Gipfel am 11. und 12. Juli in Litauen nimmt auch Selenskyj teil.
Nach ukrainischen Angaben schoss die ukrainische Luftwaffe in der Nacht zu Sonntag drei russische Marschflugkörper und acht Drohnen ab.
Das Ziel der Drohnen sei die ukrainische Hauptstadt gewesen, erklärte die Luftwaffe. Es habe sich um iranische Drohnen gehandelt, die vom Südosten gestartet worden seien. Die Raketen wurden den Angaben zufolge vom Schwarzen Meer aus abgefeuert.
Der Drohnenangriff auf die ukrainische Hauptstadt ist der erste seit zwölf Tagen. Drei Häuser in der Region Kiew seien durch herabfallende Trümmerteile beschädigt worden, hieß es vom ukrainischen Militär. Ein Mann habe Verletzungen am Bein erlitten.
Zu den schleppenden Fortschritten der ukrainischen Gegenoffensive an der Front äußerte sich der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba in einem Interview mit "Bild", "Welt" und "Politico". "Kommt her und versucht, auch nur zehn Schritte auf dem Schlachtfeld zu gehen, ohne getötet zu werden", sagte er, an die Kritiker der Offensive gerichtet.
Kuleba zufolge erschwerten vor allem drei Faktoren das Vorankommen der Soldaten: Minenfelder, stark befestigte russische Verteidigungslinien sowie die russische Überlegenheit in der Luft. Die ukrainischen Streitkräfte litten sehr darunter, "dass uns Anti-Luft-, Anti-Hubschrauber- und Anti-Flugzeug-Waffen am Boden fehlen", sagte er.
Kuleba kritisierte langwierige Entscheidungsprozesse bei den westlichen Partnern der Ukraine. "Wenn die Entscheidung über die (Kampf-)Flugzeuge vor etwa acht Monaten gefallen wäre, hätten wir sie wahrscheinlich schon jetzt", sagte der Außenminister. Trotz allem sah er "keinen einzigen Grund, warum unsere Gegenoffensive nicht erfolgreich sein sollte." Die Ukraine müsse nur "bedingungslos an den Sieg glauben".
F.Ramirez--AT