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Großunternehmen warnen EU vor Wettbewerbsnachteilen durch Regulierung von KI
Mehr als 150 große Unternehmen haben die Europäische Union in einem offenen Brief davor gewarnt, Künstliche Intelligenz (KI) zu regulieren. Das vom EU-Parlament geplante Gesetz gefährde "Europas Wettbewerbsfähigkeit und technologische Unabhängigkeit", ohne aktuelle und kommende Herausforderungen effektiv "in Angriff zu nehmen", hieß es in dem Schreiben, das die Nachrichtenagentur AFP am Freitag einsehen konnte.
Die geplanten Regeln könnten dazu führen, dass "hoch innovative Unternehmen" ins Ausland abwanderten und Investoren ihr Kapital von der Entwicklung europäischer KI abzögen, erklärten die Unterzeichner, darunter Führungskräfte von Airbus, Siemens, Peugeot, Renault, und dem Facebook-Mutterkonzern Meta.
"Das Ergebnis wäre eine bedenkliche Kluft in der Produktivität zwischen Seiten des Atlantiks", hieß es weiter in dem Schreiben.
Das EU-Parlament hatte Mitte Juni ein Gesetzgebungsverfahren zu KI auf den Weg gebracht, welches weltweit das erste dieser Art werden soll. Es beinhaltet Vorschriften für generative KI-Systeme, wie ChatGPT und Dall-E, mit deren Hilfe unter anderem Texte, Bilder und Videos erstellt werden können. Mit KI erstellte Inhalte sollen demzufolge klar gekennzeichnet sein, außerdem soll die biometrische Gesichtserkennung im öffentlichen Raum verboten werden.
In den kommenden Monaten wollen das EU-Parlament und die 27 Mitgliedstaaten über den Entwurf beraten, eine Einigung ist für Ende des Jahres vorgesehen.
Der rumänische EU-Abgeordnete Dragos Tudorache, der den Gesetzentwurf mit ins EU-Parlament eingebracht hatte, sagte, er sei "überzeugt", dass die Unterzeichner des offenen Briefes den Gesetzentwurf "nicht aufmerksam" gelesen hätten. Die konkreten Vorschläge aus dem Schreiben seien bereits in den Text eingeflossen.
Über KI wird derzeit in vielen Ländern diskutiert. Der Technologie-Milliardär Elon Musk und Experten hatten wegen der Risiken sogar einen vorläufigen Entwicklungsstopp gefordert.
W.Moreno--AT