Arizona Tribune - Mindestens neun Tote nach russischem Raketenangriff auf Kramatorsk

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Mindestens neun Tote nach russischem Raketenangriff auf Kramatorsk
Mindestens neun Tote nach russischem Raketenangriff auf Kramatorsk / Foto: Genya SAVILOV - AFP

Mindestens neun Tote nach russischem Raketenangriff auf Kramatorsk

Bei einem russischen Raketenangriff auf ein Restaurant in der ostukrainischen Stadt Kramatorsk sind nach Angaben der Behörden mindestens neun Menschen getötet und 56 weitere verletzt worden. Unter den Toten seien drei Kinder, die aus den Trümmern geborgen worden seien, teilte der staatliche Rettungsdienst der Ukraine am Mittwoch im Onlinedienst Telegram mit. Auch unter den Verletzten sei ein kleines Kind.

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Wie die ukrainische Polizei mitteilte, hatte Russland am Dienstag zwei Boden-Luft-Raketen vom Typ S-300 auf die Stadt abgefeuert. Bei dem Angriff wurde das Restaurant Ria Pizza im Zentrum der Stadt zerstört, das bei Journalisten und Militärangehörigen beliebt war. Ukrainische Medien berichteten, dass sich ausländische Militärausbilder in der Stadt befänden.

"Die Such- und Rettungsarbeiten und die Beseitigung der Trümmer sind im Gange", erklärte der Rettungsdienst im Internet am Mittwoch. Unter den Verletzten waren drei kolumbianische Prominente - der bekannte Autor Héctor Abad, der Politiker Sergio Jaramillo und die Journalistin Catalina Gómez, die sich mit der ukrainischen Schriftstellerin Victoria Amelima in dem Restaurant zum Essen getroffen hatten, wie Abad und Jaramillo in einer gemeinsamen Mitteilung erklärten. Die 37-jährige Amelima, deren Werke unter anderem ins Deutsche und Englische übersetzt wurden, schwebe in Lebensgefahr, hieß es. Sie sei am Kopf verletzt.

Neben dem Restaurant wurden Wohnungen, Geschäfte, Autos und eine Post sowie mehrere weitere Gebäude beschädigt, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Eine Journalistin von AFP sah vor Ort Rettungswagen, Polizei, Soldaten und den Bürgermeister der Stadt. Vor dem Restaurant versammelten sich zahlreiche Bewohner der Stadt.

In dem Restaurant habe sich zur Zeit des Angriffs "eine große Zahl Zivilisten" aufgehalten, erklärte der Gouverneur der Region Donezk, Pawlo Kyrylenko. "Da waren viele Leute drin - es sind Kinder unter den Trümmern", sagte auch Jewgen, der mit zwei Freunden zu Abend gegessen hatte. "Wir wollten gerade gehen." Doch nun liege einer seiner Freunde unter den Trümmern, sagte er AFP.

Ihr 23-jähriger Halbbruder Nikita habe in der Nähe des Pizzaofens gestanden, als der Angriff erfolgt sei, berichtete Natalia unter Tränen. "Sie kriegen ihn nicht heraus, er ist verschüttet. Dachziegel sind auf ihn gefallen."

Auch ein von Staub bedeckter Mann in Kochuniform sprach davon, dass viele Leute zum Angriffszeitpunkt im Restaurant gewesen seien. "Ich hatte Glück", sagte der 32-Jährige und zeigte mit dem Finger zum Himmel.

Kramatorsk war vor dem Krieg eine Stadt mit 150.000 Einwohnern und ist die letzte Großstadt unter ukrainischer Kontrolle im Osten des Landes. Sie liegt etwa 30 Kilometer von der Front entfernt.

Die Stadt ist ein wichtiger Bahnknotenpunkt und beherbergt militärische Einrichtungen. Sie wird regelmäßig zum Ziel russischer Bombenangriffe. Der Angriff mit den bisher meisten Todesopfern erfolgte im April 2022 auf den Bahnhof, als viele Zivilisten versuchten, wegen des russischen Angriffskrieges aus der Gegend zu flüchten. 61 Menschen starben, mehr als 160 weitere wurden verletzt.

T.Perez--AT