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Präsident der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften tritt zurück
Der Präsident der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC), Francesco Rocca, hat wegen einer Kontroverse in seinem Heimatland Italien seinen Rücktritt eingereicht. Wie ein Sprecher der Organisation mit Sitz in Genf am Donnerstag bestätigte, will Rocca, der auch der Präsident der Region Latium in Italien ist, noch bis zur Wahl eines Nachfolgers im Amt bleiben. Zuerst hatte die Schweizer Nachrichtenagentur Keystone-SDA über Roccas Rücktritt berichtet.
Der 53-jährige Italiener gehört der ultrarechten Partei Fratelli d'Italia (FDI) von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni an und hatte als Präsident der Hauptstadtregion Latium der Pride-Parade in Rom seine Unterstützung entzogen. Als Begründung führte er an, die Region könne keine Veranstaltung unterstützen, die für "illegale Praktiken" wie Leihmutterschaft werbe. Roms linksgerichteter Bürgermeister Roberto Gualtieri kritisierte die Entscheidung der Regionalregierung.
Leihmutterschaft ist in Italien verboten. Das Verbot soll nach Plänen von Melonis Regierung künftig auf Italiener ausgeweitet werden, die ins Ausland reisen, um eine Leihmutter zu finden.
Rocca schrieb nun in einem Brief an die 191 Mitgliedsorganisationen und das Sekretariat der Föderation, er wolle mit seinem Rücktritt "die Organisation schützen" und verhindern, dass seine Entscheidungen als Regionalpräsident in einer Weise "instrumentalisiert" würden, die dem Ruf der IFRC schaden könnte. Seine zunehmenden Verpflichtungen in Latium hätten es für ihn zudem immer schwieriger gemacht, beide Jobs unter einen Hut zu bringen.
Roccas Nachfolger soll nach Angaben des IFRC-Sprechers auf einer außerordentlichen Hauptversammlung gewählt werden. Der Termin werde in den kommenden Wochen festgelegt.
A.Clark--AT