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1,5 Milliarden Dollar Hilfszusagen für Sudan bei Geberkonferenz in Genf
Bei einer Geberkonferenz für den Sudan sind nach UN-Angaben knapp 1,5 Milliarden Dollar (1,37 Milliarden Euro) für die Bevölkerung des Krisenlandes zusammengekommen. "Diese Krise benötigt dauerhafte finanzielle Unterstützung und ich hoffe, wir behalten alle den Sudan an der Spitze unserer Prioritätenliste", sagte UN-Nothilfekoordinator Martin Griffiths zum Abschluss der Konferenz in Genf. Deutschland will sich bis 2024 mit 200 Millionen Euro beteiligen.
Mit der Geberkonferenz sollten Hilfen für zwei Bereiche mobilisiert werden: zum einen für die Bewältigung der humanitären Krise im Land, zum anderen für die vor der Gewalt Geflüchteten außerhalb des Landes. Insgesamt drei Milliarden Dollar werden dafür in diesem Jahr benötigt, wovon nur 17 Prozent bislang finanziert waren.
Deutschland kündigte nun an, den Sudan bis 2024 mit 200 Millionen Euro zu unterstützen, wovon rund die Hälfte allerdings noch nicht zugewiesen ist. Die EU sagte 190 Millionen Euro zu, Katar gewährte 50 Millionen Dollar. UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi sagte, dass das Geld schnell fließen müsse.
Zuvor hatte UN-Generalsekretär António Guterres die teilnehmenden Staaten dringend um Hilfe gebeten. "Das Ausmaß und die Geschwindigkeit, mit welcher der Sudan auf Tod und Zerstörung zusteuert, ist beispiellos", sagte er. Ohne starke internationale Hilfe könne sich das Land zu einem "Ort der Gesetzlosigkeit" entwickeln und die Unsicherheit in der ganzen Region verstärken, warnte Guterres.
Seit Mitte April wird das nordostafrikanische Land von Kämpfen zwischen der Armee von Militärmachthaber Abdel Fattah al-Burhan und der paramilitärischen RSF-Miliz seines früheren Stellvertreters Mohamed Hamdan Daglo erschüttert. Mehr als 2000 Menschen wurden seither getötet, mehr als 2,2 Millionen Menschen sind auf der Flucht. Noch bis Mittwochmorgen gilt eine dreitägige Waffenruhe, die bislang weitgehend eingehalten wird. Frühere Feuerpausen waren immer wieder gebrochen worden.
Beim Treffen des Menschenrechtsrats der Vereinten Nationen am Montag zeigte sich der britische Botschafter vor allem betroffen von Berichten über zunehmende "ethnische und sexuelle Gewalt" in einigen Teilen der westsudanesischen Region Darfur. Sie wurde bereits 2000 bei einem Krieg mit knapp 300.000 Toten verwüstet und steuere nun erneut auf eine "humanitäre Katastrophe" zu.
Die weitgehend digital stattfindende Geberkonferenz hatten unter anderem die EU, Deutschland, Saudi-Arabien, Ägypten, Katar, die Afrikanische Union und verschiedene UN-Organisationen initiiert.
W.Morales--AT