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Orban spricht in Kritik an EU-Plänen von "Waggons" mit verfrachteten Migranten
Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hat seine Kritik am EU-Asylkompromiss weiter zugespitzt - und dabei ein Bild gewählt, das an Nazi-Praktiken erinnert. Wenn Migranten nicht freiwillig von Deutschland nach Ungarn kommen wollten - "werden sie diese dann einfangen und einsammeln, in Deutschland in Waggons stecken, zu uns verfrachten und hier entladen?" fragte Orban am Freitag in einem Interview.
Die ungarische Europaabgeordnete Katalin Cseh von der oppositionellen Momentum-Bewegung warf Orban daraufhin im Onlinedienst Twitter vor, erneut "schändliche Holocaust-Parallelen" gezogen zu haben. Die Nazis hatten für ihre Deportationen der Juden in die Vernichtungslager Eisenbahnwaggons eingesetzt.
Die EU-Innenminister hatten den Kompromiss über eine neue Asylpolitik in der vergangenen Woche mehrheitlich verabschiedet. Er sieht unter anderem vor, dass EU-Länder, die keine Migranten aufnehmen wollen, ein Zwangsgeld in Höhe von 20.000 Euro für jeden Migranten in einen von Brüssel verwalteten Fonds zahlen müssen.
Polen und Ungarn lehnen dies kategorisch ab, weil sie sich durch die Pläne "bestraft" fühlen. Die beiden Länder waren bei der Sitzung der Innenminister überstimmt worden und wollen das Thema nun beim EU-Gipfel Ende Juni in Brüssel zur Sprache bringen.
"Jedes Land, das keine Migranten hineinlässt, soll dazu gezwungen werden", kritisierte Orban am Freitag in dem Interview mit einem staatsnahen ungarischen Medium. Polemische Nazi-Parallelen hat der rechtsnationalistische Regierungschef in der Vergangenheit immer wieder gezogen. So nannte er in einer Rede im Mai Adolf Hitler in einer Auflistung historischer Figuren, die "von der europäischen Einheit geträumt" hätten.
O.Gutierrez--AT