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Australischer Senator wegen mutmaßlicher sexueller Übergriffe suspendiert
In Australien ist ein Senator aus seiner Fraktion ausgeschlossen worden, nachdem er zwei Frauen sexuell belästigt haben soll. Der liberale Senator David Van habe sie "verfolgt, ihr unsittliche Angebote gemacht und unangebracht berührt", sagte die unabhängige Senatorin Lidia Thorpe am Donnerstag vor dem Senat. Eine weitere ehemalige liberale Abgeordnete gab an, Van habe ihr 2020 bei einer Feier im Büro zweimal "an den Po gefasst".
Van nannte die Vorwürfe "skandalös" und "ausgedacht" und forderte eine Untersuchung. Dennoch wurde er vom Vorsitzenden der Liberalen Partei, Peter Dutton, suspendiert.
In ihrer Rede schilderte die Abgeordnete Thorpe, sie sei im Treppenhaus in eine Ecke gedrängt und unsittlich berührt worden. Weiter sprach sie von "Kommentaren mit sexuellem Charakter" und "unsittlichen Angeboten mächtiger Männer". Das Parlament sei "kein sicherer Ort für Frauen", sagte sie weiter.
Einen Tag zuvor hatte Thorpe dem liberalen Abgeordneten Van zunächst "sexuelle Übergriffe" vorgeworfen, was sie allerdings unter der Androhung parlamentarischer Strafen zurückzog. Am Donnerstag wiederholte sie ihre Schilderungen ein wenig umformuliert und gab in einer Ansprache im Senat an, das der Begriff des "sexuellen Übergriffs" für jeden etwas anderes beinhalte.
"Ich weiß, dass es andere gibt, denen ähnliche Dinge passiert sind, und die sich wegen ihrer Karriere nicht gemeldet haben", sagte Thorpe. Später am Tag meldete sich die ehemalige liberale Senatorin Amanda Stoker. Sie warf Van vor, ihr bei einer Party "zweimal an den Po gefasst" zu haben.
Vans Ausschluss aus den Reihen der Liberalen Partei hat keine Auswirkungen auf seinem Sitz im Senat. Er gehört ihm weiter als unabhängiger Abgeordneter an.
Seit mehreren Jahren wird das australischen Parlaments immer wieder von Skandalen um sexuelle Belästigung oder Übergriffe erschüttert. 2021 hatte die ehemalige Regierungsmitarbeiterin Brittany Higgins Vergewaltigungsvorwürfe gegen einen ehemaligen Kollegen erhoben.
Später brachte eine Untersuchung unter Parlamentariern und Mitarbeitern ans Licht, dass jeder Dritte von ihnen im Parlament bereits sexuelle Belästigung erfahren hatte - unter ihnen waren 63 Prozent der Senatorinnen und weiblichen Abgeordneten.
N.Walker--AT