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Sudanesische Armee verlässt Gespräche um Waffenruhe und greift RSF-Stellungen an
Die sudanesische Armee hat sich aus Verhandlungen über eine Waffenruhe zurückgezogen und Berichten zufolge Stellungen der paramilitärischen RSF-Miliz beschossen. Die Armee habe die Gespräche beendet, weil die RSF bislang keine der Vorschriften für die kurzzeitige Waffenruhe umgesetzt habe, darunter etwa den Rückzug aus Krankenhäusern und Wohngebäuden, sagte ein Vertreter der sudanesischen Regierung, der anonym bleiben wollte, am Mittwoch.
Anwohner berichteten der Nachrichtenagentur AFP, im Norden und Süden der Hauptstadt Khartum seien am Mittwoch Stellungen der RSF-Miliz, die von Mohamed Hamdan Daglo angeführt wird, von Truppen der Armee angegriffen worden. Ein Augenzeuge sprach von "heftigem Artilleriebeschuss" im Norden Khartums.
Das Gesundheitsministerium teilte am Mittwoch mit, im Bundesstaat Dschasira südlich von Khartum seien "neun Gesundheitseinrichtungen" geschlossen worden. Die "Präsenz der RSF-Milizen" bedrohe das medizinische Personal und die Versorgung, hieß es weiter.
Unter Vermittlung der USA und Saudi-Arabiens hatten sich die Konfliktparteien am Montagabend kurz vor Ablauf der bisher geltenden Waffenruhe auf eine Verlängerung der Feuerpause um fünf Tage geeinigt. Obwohl die Waffenruhe bisher "nicht vollständig eingehalten" worden sei, sei die Verlängerung wichtig, um humanitäre Hilfe zu ermöglichen, erklärten die Vermittler. Seit dem Beginn der Kämpfe waren schon mehrere verkündete Waffenruhen nicht eingehalten worden.
Trotz wiederholter Versprechen beider Seiten gingen die Kämpfe im Umkreis der Hauptstadt Khartum und in der westlichen Region bei Darfur in dieser Woche weiter. "Die Armee ist bereit, bis zum Sieg zu kämpfen", sagte Militärmachthaber Abdel Fattah al-Burhan bei einem Besuch der Truppen in der Hauptstadt. Die RSF unter Burhans früherem Stellvertreter Daglo gab an, sie würde "weiter ihr Recht zur Selbstverteidigung ausüben".
Die Gefechte zwischen der Armee und der paramilitärischen RSF-Miliz hatten Mitte April begonnen. Seitdem wurden nach Angaben der Nichtregierungsorganisation Acled mehr als 1800 Menschen getötet. Mittlerweile gibt es im Sudan Zahlen der Vereinten Nationen zufolge 1,2 Millionen Vertriebene, mehr als 425.000 Menschen flohen in Nachbarländer. 25 Millionen Menschen im Sudan sind UN-Angaben zufolge auf Hilfe und Schutz angewiesen.
A.Taylor--AT