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Weiter Kämpfe in Khartum vor neu vereinbarter Waffenruhe
Vor dem Inkrafttreten einer neu vereinbarten Waffenruhe im Sudan ist in der Hauptstadt Khartum am Sonntag erneut heftig gekämpft worden. Die USA und Saudi-Arabien hatten zuvor in einer gemeinsamen Erklärung den Beginn einer Feuerpause in dem nordostafrikanischen Land für Montagabend (Ortszeit) angekündigt. Diese solle sieben Tage gelten.
Die Gefechte im Sudan zwischen der Armee von Militärmachthaber Abdel Fattah al-Burhan und der paramilitärischen RSF-Miliz seines früheren Stellvertreters Mohamed Hamdan Daglo hatten Mitte April begonnen. Seitdem wurden fast tausend Menschen getötet. Mittlerweile gibt es mehr als eine Million Flüchtlinge und Vertriebene.
Beide Konfliktparteien hätten sich darauf geeinigt, die "Lieferung und die Verteilung humanitärer Hilfe zu erleichtern, grundlegende Dienstleistungen wieder aufzunehmen und die Truppen aus Krankenhäusern und wichtiger öffentlicher Infrastruktur abzuziehen", hieß es in der Erklärung der USA und Saudi-Arabiens.
Riad räumte zugleich in einer von der staatlichen saudiarabischen Nachrichtenagentur veröffentlichten Erklärung ein, dass seit Ausbruch der Gefechte im Sudan mehrere verkündete Waffenruhen nicht eingehalten worden seien. Im Gegensatz zu früheren Waffenruhen sei die nun in Dschiddah erzielte Vereinbarung jedoch von den Konfliktparteien unterzeichnet worden, hieß es in der Erklärung. Zudem werde das Abkommen von einem Mechanismus zur Überwachung des Waffenstillstands begleitet, der von Saudi-Arabien, den USA und international unterstützt werde.
"Wir trauen den Konfliktparteien nicht", sagte Ladenbesitzer Adam Issa in der schwer von den Kämpfen getroffenen Region West-Darfur. "Jedes Mal verkünden sie eine Waffenruhe und fangen wieder an zu kämpfen. Wir wollen einen dauerhaften Waffenstillstand, keine zeitweise Waffenruhe."
Auch die Bewohner der Hauptstadtregion blieben skeptisch. Bisher seien solche Abkommen nicht eingehalten worden, sagt Hussein Mohammed, der nördlich von Khartum lebt. "Wir hoffen, dass die Vermittler dieses Mal die Einhaltung des Waffenstillstands überwachen können."
In Khartum haben Ärzte wiederholt den Beschuss von Krankenhäusern angeprangert. Zivilisten und Hilfsorganisationen bitten seit Wochen dringend darum, humanitäre Korridore einzurichten, um dringend benötigte Hilfe ins Land zu lassen. Im Vatikan rief Papst Franziskus am Sonntag die internationale Gemeinde dazu auf, "keine Mühen zu scheuen", um das Leiden der Bevölkerung im Sudan zu lindern.
Der Zugang zu Lebensmitteln wird im Sudan zusehends schwieriger: Die meisten Banken sind geschlossen, Fabriken und Lagerhäuser geplündert, angegriffen und verbrannt, Treibstoff ist knapp. Derzeit brauchen nach UN-Angaben 25 Millionen Menschen und damit mehr als die Hälfte der Bevölkerung humanitäre Hilfe. Das ist die höchste Zahl, die die Vereinten Nationen in dem Land jemals erfasst haben.
E.Rodriguez--AT