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Thailändische Parteien werben am letzten Tag vor Parlamentswahl um Stimmen
Kurz vor der mit Spannung erwarteten Parlamentswahl in Thailand am Sonntag haben die Parteien ein letztes Mal um Wähler geworben. Die Spitzenkandidatin der in Umfragen führenden Oppositionspartei Pheu Thai, Paetongtarn Shinawatra, fuhr am Samstag durch die Straßen von Bangkok und winkte ihren Anhängern zu. Auch der Vorsitzende der oppositionellen Fortschrittspartei Move Forward, Pita Limjaroenrat, warb noch einmal um Stimmen.
Dem amtierenden Regierungschef Prayut Chan-O-Cha, der 2014 durch einen Putsch an die Macht kam und nun für die neu gegründete Partei United Thai Nation (UTN) kandidiert, droht bei der Wahl eine Niederlage. Der 69-Jährige stellte sich als einziger Kandidat dar, der Thailand vor Chaos und dem Ruin bewahren könne.
Sein ehemaliger Verbündeter, der Ex-General Prawit Wongsuwan, geht für die von der Armee unterstützte Palang Pracharath (PPRP) ins Rennen. Er gilt bei der Wahl als potenzieller Königsmacher. Die 36-jährige Shinawatra ist die Tochter des 2006 gestürzten Regierungschefs und Milliardärs Thaksin Shinawatra, der heute im Exil lebt.
Die Parlamentswahl am Sonntag ist die erste landesweite Wahl seit den pro-demokratischen Massenprotesten im Jahr 2020. Sie hat sich zu einem Generationenkonflikt zwischen der pro-demokratischen Opposition, die von jungen und ländlichen Wählern unterstützt wird, und dem konservativen, mit dem Militär verbündeten royalistischen Establishment entwickelt, das von Prayut und seiner UTN verkörpert wird.
Zwar liegt Pheu Thai in den Umfragen vorne. Das Lager der bisherigen Regierungskoalition könnte sich aber trotzdem an der Macht halten, da der Regierungschef nicht nur von den Abgeordneten, sondern auch von den vom Militär bestimmten Senatoren gewählt wird. Seit dem Ende der absoluten Monarchie 1932 gab es in Thailand zudem schon zwölf erfolgreiche Staatsstreiche.
Die Wahllokale sind von 8.00 Uhr (Ortszeit, 3.00 Uhr MESZ) bis 17.00 Uhr geöffnet. Etwa 52 Millionen Menschen sind wahlberechtigt, darunter vier Millionen Erstwähler. Am vergangenen Sonntag nutzten bereits zahlreiche Wähler die Möglichkeit der vorzeitigen Stimmabgabe.
R.Chavez--AT