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Frankreich leitet nach Tod von AFP-Journalist Ermittlungen wegen Kriegsverbrechen ein
Nach dem Tod des AFP-Journalisten Arman Soldin durch Raketenbeschuss im Osten der Ukraine ist in Frankreich ein Ermittlungsverfahren wegen Kriegsverbrechen eingeleitet worden. Wie die nationale Anti-Terror-Staatsanwaltschaft am Mittwochabend mitteilte, führt das Zentralbüro der Polizei zur Bekämpfung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Hassverbrechen die Ermittlungen. Es soll die genauen Umstände von Soldins Tod klären. Aus Ermittlungskreisen verlautete, die Ermittlungsbehörde stelle derzeit ein Team zusammen, das sich den Tatort in der Ukraine ansehen solle.
Soldin war am Dienstag am Rande von Tschassiw Jar nahe der seit Monaten umkämpften Stadt Bachmut unter russischen Raketenbeschuss geraten. Der 32-Jährige wurde tödlich getroffen, seine Kollegen überlebten unverletzt.
Am Mittwoch wurde des Journalisten im französischen Senat mit einer Schweigeminute gedacht. "Er ist gefallen, weil er daran glaubte, dass die Pflicht zu informieren vor nichts zurückschrecken darf", sagte Frankreichs Premierministerin Elisabeth Borne und hob die Bedeutung des Journalismus und der freien Presse "für unsere Bürger und für unsere Demokratie" hervor.
Seit dem ersten Tag der russischen Invasion hatte Soldin aus der Ukraine - oft unmittelbar von der Front - berichtet. Freiwillig hatte er sich dem ersten AFP-Reporterteam angeschlossen, das einen Tag nach Kriegsbeginn in das Land geschickt wurde. Seit September lebte er dauerhaft in der Ukraine, koordinierte die Arbeit der Videojournalisten und reiste selbst regelmäßig an die Front im Osten und Süden der Ukraine.
Soldin arbeitete seit 2015 als Journalist für die AFP, zunächst als Praktikant im Büro in Rom, später wechselte er nach London. Er sprach fließend Englisch, Französisch und Italienisch. Geboren in Sarajewo, besaß Soldin auch die französische Staatsbürgerschaft.
T.Sanchez--AT