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Arabische Liga nimmt Syrien nach mehr als elf Jahren wieder auf
Mehr als elf Jahre nach seinem Ausschluss ist Syrien wieder in die Arabische Liga aufgenommen worden. "Regierungsdelegationen der Arabischen Republik Syrien werden wieder an Treffen Arabischen Liga teilnehmen", hieß es in einem am Sonntag verabschiedeten einstimmigen Beschluss der Außenminister der Gruppe. Dies gelte ab sofort.
Die Außenminister betonten ihre Entschlossenheit, eine "führende arabische Rolle bei den Bemühungen zur Lösung" der Syrien-Krise und ihrer "humanitären, sicherheitspolitischen und politischen Folgen" zu übernehmen. Die humanitäre Hilfe müsse "alle Bedürftigen" erreichen. Sie vereinbarten außerdem die Bildung eines Ministerkomitees, um den "direkten Dialog mit der syrischen Regierung fortzusetzen, um eine umfassende Lösung zu erreichen".
Syrien war im November 2011 nach dem gewaltsamen Vorgehen der Regierung von Machthaber Assad gegen Demokratie-Proteste aus der Arabischen Liga ausgeschlossen worden, das zu einem bis heute andauernden Bürgerkrieg führte. In dem Konflikt wurden bis heute mehr als 500.000 Menschen getötet, Millionen Menschen vertrieben und die Infrastruktur und die Industrie des Landes stark beschädigt.
Mehrere arabische Länder hatten zu Beginn des Konflikts ihre Beziehungen zu Damaskus abgebrochen, weil sie auf einen Sturz Assads setzten. Manche Länder wie Katar und Saudi Arabien unterstützten die syrische Opposition.
Das letzte Gipfeltreffen der Arabischen Liga, an dem Assad teilnahm, fand im Jahr 2010 statt. 2013 nahm die syrische Opposition an einem Treffen der Arabischen Liga teil, was heftige Kritik aus Damaskus hervorrief.
Die Vereinigten Arabischen Emirate hatten als erster Golfstaat ihre Beziehungen zu Syrien wieder aufgenommen und 2018 ihre Botschaft wieder geöffnet. Das schwere Erdbeben in der Türkei und Syrien Anfang Februar mit insgesamt mehr als 55.000 Todesopfern und verheerenden Schäden führte dann zu einer Wiederannäherung zwischen Syrien und anderen Ländern.
Dem seit Beginn des Syrien-Krieges weitgehend isolierten Assad war in den vergangenen Monaten ein diplomatisches Comeback in der Region gelungen. So besuchte er in diesem Jahr bereits die Vereinigten Arabischen Emirate und Oman. Beobachter mutmaßen, dass Assad am 19. Mai am jährlichen Gipfel der Staats- und Regierungschefs der Arabischen Liga teilnehmen könnte.
Der Arabischen Liga gehören derzeit rund 20 Staaten an. Der 1945 gegründete Zusammenschluss hat sich zum Ziel gesetzt, die Beziehungen zwischen den arabischen Ländern zu festigen, ihre Politik zu koordinieren sowie die Souveränität der Staaten zu schützen.
D.Johnson--AT