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Hunderttausende Franzosen bei Demonstrationen zum 1. Mai
Hunderttausende Menschen haben am Montag in Frankreich an den traditionellen Demonstrationen zum 1. Mai teilgenommen. In mehreren Städten kam es dabei zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Die Regierung gab die Zahl der Demonstranten im ganzen Land mit rund 782.000 an, die Gewerkschaften sprachen dagegen von 2,3 Millionen Demonstranten.
In Paris bewarfen Demonstranten Polizisten mit Wurfgeschossen und schlugen Schaufenster von Banken und Immobilienagenturen ein, die Sicherheitskräfte reagierten mit Tränengas und Wasserwerfern. Ein Polizist erlitt nach Behördenangaben durch einen Molotowcocktail schwere Verbrennungen im Gesicht und an den Händen. Mindestens 46 Menschen wurden in der Hauptstadt festgenommen.
Auch im südfranzösischen Toulouse gab es Gewaltszenen. In Lyon setzten Demonstranten mindestens vier Autos in Brand, hier wurden mindestens 40 Menschen festgenommen. In Nantes im Westen Frankreichs warfen Demonstranten ebenfalls Wurfgeschosse Richtung Polizei, diese setzte Tränengas ein. Auch in weiteren Städten gab es Steinewürfe und Brandstiftungen.
Während die große Mehrheit der Demonstranten friedlich sei, sähen sich die Beamten in Paris, Lyon und Nantes "extrem gewalttätigen Schlägern gegenüber, die mit einem Ziel gekommen sind: Polizisten zu töten und sich am Eigentum anderer zu vergreifen", schrieb Innenminister Gérald Darmanin auf Twitter.
Im Mittelpunkt der diesjährigen Proteste stand der Widerstand gegen die Rentenreform. Präsident Emmanuel Macron hatte die Reform, die das Renteneinstrittsalter schrittweise von 62 auf 64 Jahre hinaufsetzt, mit einem legalen Verfahrenstrick im Eiltempo verabschieden lassen.
A.O.Scott--AT