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UN drängt London zur Rücknahme neuen Gesetzes zur öffentlichen Ordnung
Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, hat Großbritannien dazu gedrängt, ein neues Gesetz zur öffentlichen Ordnung zurückzuziehen. Das neue Gesetz sehe "erhebliche und unangemessene Einschränkungen" für Bürgerrechte wie Meinungs-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit vor, die "weder notwendig noch angemessen sind", erklärte Türk am Donnerstag. Das Gesetz zielt auf das Unterbinden von Aktionen ab, wie sie von Klimaaktivisten von Extinction Rebellion oder Just Stop Oil eingesetzt werden.
Das britische Parlament hatte am späten Mittwoch das Öffentliche-Ordnung-Gesetz verabschiedet. Es muss nun noch von König Charles III. unterzeichnet werden, um in Kraft treten zu können.
Das Gesetz sei zutiefst besorgniserregend und nicht mit internationalen Menschenrechtskonventionen vereinbar, erklärte Türk. "Besonders beunruhigend" sei die Ausweitung der Polizeibefugnisse, "Personen zu durchsuchen, auch ohne Verdacht", bemängelte der UN-Menschenrechtskommissar.
Menschen könne demnach untersagt werden, sich zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten aufzuhalten. Auch könnten sie elektronisch überwacht werden. Es sei ein großes Risiko, dass die Regeln "jemanden im Voraus in der rechtmäßigen Wahrnehmung ihrer Rechte einschränken" könnten, warnte Türk.
Aktivisten von Just Stop Oil hatten am Montag im Zentrum Londons mit Straßenblockaden für einen dreistündigen Verkehrsstillstand gesorgt. Extinction Rebellion hat indes angekündigt, künftig von Aktionen wie Straßenblockaden und dem Ankleben an Objekte absehen zu wollen.
In Deutschland sorgt die Gruppe Letzte Generation mit ihren Klimaprotesten für heftige Debatten über ein verschärftes Vorgehen gegen Aktionen wie Straßenblockaden durch Festkleben auf dem Asphalt. Ein Antrag der Unionsfraktion zur Verschärfung der Strafen hatte kürzlich im Rechtsausschuss des Bundestags aber keine Mehrheit gefunden.
B.Torres--AT