Arizona Tribune - Erste Ausländer verlassen mit saudiarabischem Kriegsschiff den Sudan

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Erste Ausländer verlassen mit saudiarabischem Kriegsschiff den Sudan
Erste Ausländer verlassen mit saudiarabischem Kriegsschiff den Sudan / Foto: - - AL-IKHBARIYA TV/AFP

Erste Ausländer verlassen mit saudiarabischem Kriegsschiff den Sudan

Eine Woche nach Beginn der Kämpfe im Sudan sind die ersten ausländischen Staatsangehörigen außer Landes gebracht worden. Im saudiarabischen Dschiddah kam am Samstag ein Schiff mit 50 eigenen Staatsbürgern "und einer Reihe von Staatsangehörigen befreundeter Länder" an, weitere sollten folgen, wie das Staatsfernsehen in dem Königreich berichtete. In Berlin tagte der Krisenstab des Auswärtigen Amtes zur Lage im Sudan. Die Kämpfe dort hielten trotz der Ankündigung einer Waffenruhe an.

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Am Morgen hatte die sudanesische Armee in Khartum mitgeteilt, die Evakuierung ausländischer Staatsbürger werde in den "kommenden Stunden" erfolgen. "Die USA, Großbritannien, Frankreich und China werden ihre Diplomaten und Staatsangehörigen mit ihren Militärflugzeugen evakuieren", erklärte die Armee.

Die USA, Südkorea und Japan haben bereits Streitkräfte in die Nachbarländer entsandt, um ihre Diplomaten und Staatsangehörigen aus dem Sudan zu evakuieren. Derzeit ist unklar, welche Flughäfen von der sudanesischen Armee und welche von den Paramilitärs kontrolliert werden.

Die saudiarabischen Diplomaten seien auf dem Landweg nach Port Sudan an der Küste gereist, teilte die sudanesische Armee mit. Nach Angaben des saudiarabischen Staatsfernsehens, das Kriegsschiffe im Hafen von Dschiddah zeigte, wurden weitere vier Schiffe mit 108 Menschen aus elf Ländern erwartet.

Im Auswärtigen Amt (AA) in Berlin tagte unterdessen der Krisenstab. Die Sitzung fand unter der gemeinsamen Leitung von Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) und Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) statt. Angaben zu einer möglicherweise in Kürze bevorstehenden Evakuierung deutscher Staatsbürger wollten weder das AA noch das Verteidigungsministerium machen.

Am Mittwoch hatte die Bundesregierung einem Bericht des "Spiegel" zufolge eine Evakuierungsaktion für gut 150 Deutsche wegen der andauernden Kämpfe abbrechen müssen. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts erklärte, eine "niedrige dreistellige Zahl" deutscher Staatsbürger habe um eine Evakuierung aus dem Sudan gebeten. Allein für die bundeseigene deutsche Entwicklungsgesellschaft GIZ seien im Sudan 118 Menschen tätig, darunter 103 Mitarbeiter aus Deutschland.

Im Sudan liefern sich Einheiten der Armee und der paramilitärischen RSF-Miliz seit einer Woche erbitterte Kämpfe. Zuvor war eine Einigung zur Eingliederung der Miliz Rapid Support Forces (RSF) in die Streitkräfte gescheitert. Bei den Auseinandersetzungen wurden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits mehr als 400 Menschen getötet und mehr als 3500 weitere verletzt. Die tatsächliche Opferzahl dürfte aber weit höher liegen.

Nach einem Abklingen der Kämpfe über Nacht kam es am Samstagmorgen laut Augenzeugen erneut zu Gefechten. Zwei zuvor angekündigte Feuerpausen waren von den Konfliktparteien ebenfalls ignoriert worden.

Die RSF hatte am Freitag bekanntgegeben, dass sie zum Fest Eid al-Fitr zum Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan einem dreitägigen Waffenstillstand zugestimmt habe, zu dem UN-Generalsekretär António Guterres und US-Außenminister Antony Blinken aufgerufen hatten.

Er habe mit Guterres "über die aktuelle Krise" gesprochen und konzentriere sich nun auf den "humanitären Waffenstillstand, sichere Korridore und den Schutz der humanitären Helfer", erklärte RSF-Anführer Mohamed Hamdan Daglo.

Am Freitagabend warf die Armee unter Abdel Fattah al-Burhan dann der RSF vor, Angriffe in der Nachbarstadt von Khartum, in Omdurman, verübt zu haben. Dort sei "eine große Anzahl von Insassen" aus einem Gefängnis befreit worden, was die Miliz allerdings zurückwies.

Kämpfe gab es nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) auch in der Region Darfur. Ihre Sanitäter seien in der dortigen Stadt El Fascher von der Anzahl der Patienten mit Schusswunden, darunter viele Kinder, "überwältigt" gewesen, erklärte die Organisation.

Die Kämpfe sind das Ergebnis eines tiefen Risses zwischen der Armee und den paramilitärischen Kräften, die 2013 von dem Langzeit-Herrscher Omar al-Baschir gegründet worden war. Armeechef al-Burhan und RSF-Anführer Daglo waren nach der Machtübernahme 2019 zunächst Verbündete.

W.Stewart--AT