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Deutschland liefert Ukraine auch zweites Iris-T-Luftabwehrsystem
Deutschland hat der Ukraine zur Verteidigung gegen russische Angriffe ein zweites hochmodernes Luftabwehrsystem vom Typ Iris-T geliefert. Eine Regierungssprecherin bestätigte auf Anfrage am Mittwoch entsprechende Informationen der "Süddeutschen Zeitung". Am Dienstag hatte die Bundesregierung bereits bekannt gegeben, sie habe der Ukraine das im Januar zugesagte Luftverteidigungssystem Patriot übergeben.
Deutschland hat der Ukraine insgesamt vier Iris-T-Systeme zugesagt. Ein erstes Exemplar des Waffensystems hatte Deutschland bereits im vergangenen Jahr geliefert. Dieses war jüngst durch den Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko gelobt worden und hat demnach bei russischen Luftangriffen auf die ukrainische Hauptstadt "tausende" Menschenleben gerettet. "Unsere Militärs sind von Iris-T begeistert", sagte Klitschko. "Jeder Schuss ist ein Treffer, keiner geht vorbei."
Iris-T SLM wird vom deutschen Unternehmen Diehl hergestellt. Das System kann zur Abwehr von anfliegenden Raketen in einer Höhe von bis zu 20 Kilometern und in einer Entfernung von bis zu 40 Kilometern eingesetzt werden. Die Bundeswehr selbst verfügt nicht über Iris-T.
Die Abgabe des Patriot-Systems wiederum hatte die Bundesregierung Anfang Januar zusammen mit der Lieferung von Marder-Schützenpanzern angekündigt. Das vom US-Unternehmen Raytheon hergestellte Waffensystem dient der Bekämpfung von größeren Zielen in der Luft wie Flugzeugen, Drohnen, Raketen und Marschflugkörpern. Eine Patriot-Batterie kann bis zu 50 Ziele im Blick behalten und fünf Objekte gleichzeitig bekämpfen. Die Reichweite beträgt laut Bundeswehr rund 68 Kilometer.
Mit der weiteren Lieferung von Iris-T und dem Patriot-System erfüllt Deutschland kurz vor dem nächsten Treffen der internationalen Ukraine-Kontaktgruppe wesentliche Zusagen bei Waffenlieferungen. Am Freitag treffen sich die Verteidigungsminister der Ukraine-Unterstützerländer erneut auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz, um die weitere Militärhilfe für das Land abzustimmen.
Um der Ukraine rasch besser beim Schutz gegen Luftangriffe helfen zu können, werde seit Wochen mit Schweden über die Abgabe von fahrbaren Abschussanlagen verhandelt, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Regierungskreise. Diese Geräte des schwedischen Militärs ließen sich demnach mit Iris-T gut kombinieren.
Die Bundeswehr prüfe dafür die Abgabe von eigenen Iris-T-SLS-Raketen, die aber eine kürzere Reichweite haben und etwa bei den Eurofighter-Kampfjets eingesetzt werden, hieß es in dem Bericht der "Süddeutschen Zeitung". Genannt werde eine Zahl von über 600 Stück, die Deutschland besitze. Aber für die Abgabe sei eine Einigung mit Schweden über die Startrampen nötig.
A.Clark--AT