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AOK: Jährlich tausende Krebstodesfälle bei Versorgung in Spezialzentren vermeidbar
In Deutschland könnten jährlich tausende Krebstodesfälle durch eine Versorgung der Patienten in spezialisierten Tumorzentren vermieden werden. Etwa 4700 Sterbefälle innerhalb der ersten fünf Jahre nach der Diagnose könnten verhindert werden, wenn die Behandlung in einem von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierten Zentrum erfolge, ergab eine am Mittwoch von der Krankenkasse AOK in Berlin vorgestellte Analyse.
Die AOK-Vorstandsvorsitzende Carola Reimann verwies auf frühere Studien, die einen Überlebensvorteil bei Behandlung in einem Spezialzentrum belegten. Auch durch die Konzentration der Schlaganfallversorgung auf sogenannte Stroke Units - das sind auf die schnelle Behandlung von Patienten mit Schlaganfall spezialisierte Abteilungen eines Krankenhauses - ergebe sich ein ähnlich großes Potenzial für die Vermeidung von Sterbefällen.
Die beiden Beispiele seien "ein sehr drastischer Beleg dafür, dass eine qualitätsorientierte Reform der Krankenhausstrukturen erforderlich ist", erklärte Reimann. Die Verbesserung der Behandlungsqualität müsse zentrales Ziel der geplanten Krankenhausreform bleiben. In ihrem aktuellen sogenannten Krankenhausreport verwies die AOK zudem auf das Potenzial der Reform für die Entlastung des Klinikpersonals. Das Personal in deutschen Kliniken versorge im internationalen Vergleich deutlich mehr Fälle.
Der internationale Mittelwert lag 2019 demnach bei rund zwölf Ärztinnen und Ärzten sowie 27 Pflegekräften pro 1000 Krankenhausfälle, während Deutschland mit etwa acht Ärztinnen und Ärzten und knapp 19 Pflegekräften pro 1000 Fällen deutlich darunter lag. Langfristige Trends wie die demografische Entwicklung, ein Rückgang der Pflegeauszubildenden und die hohen Ausstiegsraten bei den Gesundheitsberufen könnten den Trend noch verschärfen.
Durch Verlagerung von Operationen und Behandlungen in den ambulanten Bereich könnten dem AOK-Report zufolge Krankenhaustage vermieden werden. "Allein die 30 häufigsten operativen Eingriffe mit einem geringen medizinischen Schweregrad machen etwa vier Prozent aller Pflegetage im Krankenhaus aus", erklärte Mitherausgeber Jürgen Wasem von der Universität Duisburg-Essen. Auch die geplante Reform der Notfallversorgung eröffne Chancen für eine personelle Entlastung. So würden in Deutschland etwa 50 Prozent der Notfälle stationär aufgenommen, während es in den Niederlanden nur 32 und in Frankreich 22 Prozent seien.
O.Brown--AT