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Selenskyj und Putin statten Soldaten in Ukraine Besuche ab
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und Russlands Präsident Wladimir Putin haben Soldaten ihrer Länder in der Ukraine besucht. Selenskyj reiste am Dienstag in die heftig umkämpfte Stadt Awdijiwka nahe der Front und wünschte den Soldaten dort ein schönes Osterfest. Kreml-Chef Putin besuchte am Montag erstmals seit Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine die Regionen Cherson und Luhansk und traf dort Soldaten. Die G7-Gruppe drohte Unterstützern Russlands im Ukraine-Krieg unterdessen mit einem "hohen Preis".
Selenskyj besuchte nach Angaben des ukrainischen Präsidialamtes das heftig bombardierte Awdijiwka in der Nähe der russisch besetzten Stadt Donezk und dankte den Soldaten für ihren Einsatz. "Ich habe die Ehre, heute hier zu sein, um Ihnen für Ihren Dienst zu danken, für die Verteidigung unseres Landes, der Ukraine, unserer Familien", sagte Selensky, wie ein Video zeigte. Auf Fotos war zu sehen, wie Selenskyj mit Soldaten an einem Tisch mit Ostergebäck sitzt.
Kreml-Chef Putin reiste am Montag in die Regionen Cherson und Luhansk. Putin habe die dort stationierten Soldaten getroffen und Gespräche mit den Befehlshabern über die Lage an mehreren Fronten geführt, erklärte der Kreml am Dienstag. Er habe dort stationierten Soldaten Glückwünsche anlässlich des orthodoxen Osterfestes am Sonntag überbracht und Ikonen überreicht.
"Der oberste Befehlshaber der Streitkräfte der Russischen Föderation hat das Hauptquartier des Generalstabs der Militäreinheit 'Dnipro' in der Region Cherson aufgesucht", teilte der Kreml mit. Putin unterhielt sich demnach mit dem Befehlshaber der russischen Luftwaffe, Michail Teplinksi, und anderen ranghohen Militärs über die Lage in den Regionen Cherson und Saporischschja.
Der russische Präsident besuchte den Kreml-Angaben zufolge auch das Hauptquartier der Nationalgarde in Luhansk. "Es ist mir wichtig, Ihre Meinung zur Situation zu hören, Ihnen zuzuhören, Informationen auszutauschen", sagte Putin in einem vom Kreml veröffentlichten Video.
Der ukrainische Präsidentenberater Michailo Podoljak nannte Putins Reise "eine 'Spezialtour' eines Urhebers von Massenmorden", der sich in den besetzten Gebieten an Verbrechen "erfreuen" wolle.
Kreml-Sprecher Dmitri Peskow verkündete, der russische Präsident werde "die neuen Regionen nun häufiger besuchen". Im März hatte Putin der seit 2014 von Russland annektierten Halbinsel Krim einen Besuch abgestattet. Anschließend reiste er in die ukrainische Hafenstadt Mariupol weiter, die im vergangenen Jahr monatelang von der russischen Armee belagert und im Mai 2022 erobert worden war.
Russland hatte Cherson und Luhansk sowie zwei weitere ukrainische Regionen im September 2022 für annektiert erklärt. Diese Regionen werden von den russischen Truppen aber nur teilweise kontrolliert.
Die G7-Gruppe richtete indes eine scharfe Warnung an alle Staaten, die Russland bei seinem Angriffskrieg in der Ukraine unterstützen. Diese Länder würden einen "hohen Preis" zahlen, erklärten die G7-Außenminister am Dienstag zum Abschluss eines zweitägigen Treffens im japanischen Karuizawa.
Die Chefdiplomaten der Gruppe sieben führender Industriestaaten positionierten sich in ihrer Erklärung deutlich gegen China, dessen "expansive Ansprüche" und "Militarisierungsaktivitäten" im Südchinesischen Meer sie anprangerten. Auch ihre Warnung vor einer Unterstützung des russischen Kriegs in der Ukraine dürfte nicht zuletzt an Peking gerichtet gewesen sein.
Peking und Moskau hatten zuletzt ihre Kontakte intensiviert. Der chinesische Verteidigungsminister Li Shangfu hielt sich am Dienstag in der russischen Hauptstadt auf. Dort wollte er nach eigenen Worten die "Entschlossenheit" seiner Regierung demonstrieren, die Verbindungen zu Russland zu stärken. Die G7-Abschlusserklärung wurde vom chinesischen Außenministerium als "böswillige Verleumdung" bezeichnet.
Th.Gonzalez--AT