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Durchgesickerte US-Geheimdokumente sorgen weiterhin für internationalen Wirbel
Das Durchsickern von Geheimdokumenten aus US-Regierungsbehörden sorgt international weiterhin für Wirbel. Das britische Verteidigungsministerium äußerte am Mittwoch Zweifel an der Echtheit der abfotografierten Papiere, die unter anderem die Anwesenheit von Spezialkräften aus Großbritannien und den USA in der Ukraine belegen sollen. Die USA waren unterdessen darum bemüht, bei ihren Verbündeten die Wogen wegen des Datenlecks zu glätten.
Die Dokumente wiesen ein "hohes Maß an Ungenauigkeit auf", erklärte das britische Verteidigungsministerium im Onlinedienst Twitter. Leser sollten "vorsichtig dabei sein, die Behauptungen für bare Münze zu nehmen", diese hätten das "Potenzial, Desinformation zu verbreiten".
Der russische Vize-Außenminister Sergej Ryabkow wiederum erklärte, die durchgesickerten Dokumente könnten eine "Täuschung" der USA zulasten Russlands sein. Es sei "vermutlich interessant", sich genauer anzusehen, ob es sich tatsächlich um Dokumente handle - "oder ob sie gefälscht oder absichtlich durchgesickert worden sein könnten", sagte Ryabkow russischen Nachrichtenagenturen zufolge.
In den vergangenen Wochen war auf mehreren Online-Plattformen eine Reihe von Dokumenten aufgetaucht, die aus US-Regierungsbehörden stammen sollen. Sie sollen unter anderem geheime Informationen über den Kampf der Ukraine gegen den russischen Angriffskrieg enthalten. Laut der "New York Times" wurden sie über pro-russische Kanäle verbreitet. Zahlreiche Dokumente sind inzwischen nicht mehr auf den Plattformen verfügbar. Die US-Behörden arbeiteten laut Medienberichten daran, die Inhalte entfernen zu lassen.
Die Schriftstücke enthalten laut Berichten der britischen Zeitung "Guardian" und weiterer Medien Hinweise darauf, dass sich zu einem bestimmten Zeitpunkt in diesem Jahr 97 Spezialkräfte aus Nato-Staaten in der Ukraine aufgehalten hätten, 50 davon aus Großbritannien.
Die britische Botschaft in Kiew hatte im Juni 2021 erklärt, britische und US-Spezialkräfte hielten sich für "gemeinsames Training" mit ukrainischen Kräften im Land auf. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen das Land im Februar 2022 gab es dazu jedoch keine Informationen mehr seitens Großbritanniens.
US-Außenminister Antony Blinken wollte sich am Dienstag nicht zu Echtheit und Inhalt der durchgesickerten Dokumente äußern. Er sagte jedoch, er habe mit seinem ukrainischen Kollegen Dmytro Kuleba gesprochen und die "anhaltende Unterstützung" der USA "für die Ukraine und ihre Bemühungen, ihre territoriale Integrität, ihre Souveränität und ihre Unabhängigkeit zu verteidigen", bekräftigt.
Einem Bericht der "Washington Post" zufolge waren in einem der geheimen US-Dokumente Zweifel am Erfolg einer möglichen Gegenoffensive der Ukraine gegen den russischen Angriffskrieg geäußert worden.
US-Verteidigungsminister Lloyd Austin sagte, er habe sich mit seinem ukrainischen Kollegen Oleksij Resnikow ausgetauscht. Die Ukraine verfüge über "viele der Fähigkeiten, die sie braucht, um weiterhin erfolgreich zu sein", sagte Austin daraufhin.
Blinken erklärte, er habe den Partnern der USA in Gesprächen "unser eigenes Engagement für den Schutz geheimdienstlicher Erkenntnisse" versichert. Austin bekräftigte, Washington nehme das Datenleck "sehr ernst". "Wir arbeiten weiterhin eng mit unseren Verbündeten und Partnern zusammen", sagte er und ergänzte, die fraglichen Dokumente seien auf den 28. Februar und den 1. März datiert.
Unruhe lösten die Dokumente auch in Südkorea aus. Ihnen zufolge spionierten die USA dort im Rahmen ihrer Bemühungen um südkoreanische Unterstützung für die Ukraine unter anderem Sicherheitsberater von Präsident Yoon Suk Yeol aus. Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, müsse Südkorea von den USA eine "offizielle Entschuldigung" sowie die "Zusicherung" erhalten, dass dies nicht mehr geschieht, sagte der Vorsitzende der oppositionellen Demokratischen Patei, Lee Jae-myung.
Das Präsidentenbüro in Seoul hatte zuvor erklärt, eine "bedeutende Anzahl" der Dokumente sei gefälscht, bei dem Vorfall habe es "keine böswilligen Absichten" gegeben. Noch im April ist ein Staatsbesuch von Präsident Yoon in den USA geplant.
O.Ortiz--AT