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Pistorius sichert Ukraine umfassende Hilfe bei Ausbildung von Soldaten zu
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat der Ukraine umfassende Unterstützung bei der Ausbildung von Soldaten im Krieg gegen Russland zugesichert. Neben der Lieferung von Waffen sei die Ausbildung "sehr wichtig für die ukrainischen Streitkräfte", sagte Pistorius am Montag auf dem Truppenübungsplatz Munster in Niedersachsen, wo ukrainische Soldaten am Kampfpanzer Leopard 2 und am Schützenpanzer Marder geschult werden. Er bekräftigte, dass die von Deutschland zugesagten Panzer bis Ende März in der Ukraine sein sollen.
"Ausbildung ist eine ganz besondere Stärke unserer Bundeswehr", betonte Pistorius. Deutschland passe sich hierbei "flexibel an den Bedarf in der Ukraine an". Seit Beginn des russischen Angriffskriegs seien in Deutschland bereits "1200 ukrainische Soldaten in komplexen Bereichen - also jenseits der Grundausbildung - ausgebildet" worden, sagte der Minister. "Bis Ende diesen Jahres werden das über 3000 sein." Dies zeige, dass es bei der Unterstützung "eben nicht nur um Material und Stückzahlen, um Waffen und Munition" gehe.
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte der Ukraine im Januar nach langem Zögern die Lieferung von Kampf- und Schützenpanzern zugesagt. Im März soll die Bundeswehr der ukrainischen Armee 14 moderne Leopard-2-Kampfpanzer vom Typ A6 übergeben. Zudem soll das Land 40 Marder-Schützenpanzer erhalten.
Auf dem Truppenübungsplatz Munster werden seit Ende Januar ukrainische Soldaten am Marder ausgebildet. Am Montag vergangener Woche hat auch die Ausbildung am Leopard-2-Panzer begonnen.
Pistorius bekräftigte, dass die Panzer bis Ende März in der Ukraine sein würden. Dann werde auch die Ausbildung der Soldaten in einem Schnellverfahren abgeschlossen ein. Nach Gesprächen mit den Lehrgangsteilnehmern und den deutschen Ausbildung zeigte sich Pistorius beeindruckt, "wie schnell die ukrainischen Soldaten sich reinfuchsen" und mit den Panzern vertraut machten.
Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Oleksii Makeiev, der Pistorius begleitete, dankte ihm für die Unterstützung. "Sie sind ein Mann des Wortes", sagte er. Die Panzer würden in der Ukraine "dringend gebraucht".
Wladimir Klitschko, Bruder des Kiewer Bürgermeisters Vitali Klitschko, betonte in Munster, für die Ukrainer gehe es "um Tod und Leben". Gleichzeitig verteidige sein Land mit den deutschen Panzern auch den "Frieden in Deutschland und in der freien Welt", sagte der ehemalige Box-Weltmeister im Schwergewicht. Er appellierte, "an uns in der Ukraine weiter zu glauben, dass wir uns verteidigen können".
Bei der Ankündigung ihrer Panzer-Lieferung hatte die Bundesregierung eigentlich das Ziel verkündet, der Ukraine zusammen mit Partnerländern ein Bataillon des modernen Leopard-2-Typs A6 zu Verfügung zu stellen. Das wären 31 Panzer. Bisher kamen aber nur 17 Panzer zusammen, nachdem als bisher einziges Land Portugal drei weitere Leopard dieses Typs zugesagt hat.
Pistorius zeigte sich zurückhaltend zur Frage, ob er damit rechnet, dass sich noch weitere Länder anschließen werden. "Wenn andere Länder noch nachliefern, vielleicht passiert das noch, würde ich das sehr begrüßen. Aber ich kann das eben auch nicht herbeizaubern."
Polen will seinerseits der Ukraine ein weiteres Bataillon mit Leopard-2-Panzern des älteren Typs A4 liefern. Hier dürfte die Zahl von 31 Panzern nach Zusagen Norwegens, Spaniens und weiterer Länder zusammenkommen.
A.Moore--AT