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Serbiens Präsident verkündet Ende der Barrikaden an der Grenze zum Kosovo
Im Konflikt mit dem Kosovo hat Serbiens Staatschef Aleksandar Vucic den Abbau der Straßenbarrikaden an der Grenze angekündigt. "Die Barrikaden werden entfernt, aber das Misstrauen bleibt", sagte Vucic nach Angaben des staatlichen Senders RTS am Mittwochabend bei einem Treffen mit Vertretern der serbischen Minderheit im Kosovo in der Nähe der Grenze. Die seit drei Wochen bestehenden Grenzbarrikaden hatten die Spannungen zwischen Belgrad und Pristina deutlich verschärft.
Das 1,8-Millionen-Einwohner-Land Kosovo mit seiner mehrheitlich albanischen Bevölkerung hatte im Jahr 2008 seine Unabhängigkeit von Serbien erklärt, wird aber von Belgrad bis heute als abtrünniges südserbisches Gebiet betrachtet. Belgrad bestärkt die rund 120.000 Mitglieder der serbischen Minderheit im Norden des Kosovo in ihren Versuchen, sich der Autorität der Regierung in Pristina zu widersetzen.
Die Spannungen verschärften sich am 10. Dezember, als hunderte Kosovo-Serben aus Protest gegen die Festnahme eines ehemaligen serbischen Polizisten Straßensperren errichteten. Seitdem legten sie den Verkehr in der Nähe von zwei Grenzübergängen lahm. Danach wurden kosovarische Sicherheitskräfte und Soldaten der Nato-geführten Kosovo-Friedenstruppe (Kfor) mehrfach angegriffen, teilweise mit Schusswaffen.
Am Montagabend versetzte Serbien seine Armee wegen des Konflikts in erhöhte Alarmbereitschaft und erhöhte seine Truppenpräsenz. Am Mittwoch schloss das Kosovo seinen wichtigsten Grenzübergang nach Serbien. Die Bundesregierung, die EU und die USA riefen beide Seiten zur Deeskalation auf. Das Auswärtige Amt kritisierte, die erhöhte serbische Truppenpräsenz setze ein "völlig falsches Signal". Russland stellte sich derweil hinter Serbien.
Serbien ist einerseits offizieller EU-Beitrittskandidat, gilt aber andererseits als engster Verbündeter Russlands auf dem Westbalkan. Den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine hat Belgrad verurteilt. Es weigert sich aber, sich den westlichen Sanktionen gegen Moskau anzuschließen.
W.Moreno--AT