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Irischer Blauhelmsoldat im Libanon bei Beschuss von Konvoi getötet
Ein irischer Blauhelmsoldat ist im Libanon getötet worden. Drei weitere irische Soldaten seien bei dem "Zwischenfall" im Süden des Landes verletzt worden, teilten die UN-Friedensmission im Libanon (Unifil) und das irische Außenministerium am Donnerstag mit. Nach Angaben der irischen Armee war ein Konvoi von zwei gepanzerten Fahrzeugen auf dem Weg nach Beirut unter Beschuss geraten. Die UN-Mission kündigte eine Untersuchung zu dem Vorfall an.
Die UN-Friedensmission erklärte, der "Zwischenfall" habe sich in der Nähe des Dorfes Al-Akbija ereignet, das außerhalb des Einsatzgebiets der Truppe liegt. Nach Angaben des irischen Militärs wurden vier der acht Insassen des Konvois bei dem Angriff mit Kleinwaffen verletzt und in ein Krankenhaus gebracht; einer von ihnen wurde bei der Ankunft für tot erklärt.
Nach Angaben von Augenzeugen wurde eines der beiden Fahrzeuge von Dorfbewohnern gestoppt, nachdem es eine Küstenstraße genommen hatte, welche die UN-Truppen normalerweise nicht benutzen. Der Fahrer verlor demnach die Kontrolle über das Fahrzeug, als er mit dem Wagen fliehen wollte.
Der irischen Außenminister Simon Coveney zeigte sich "zutiefst schockiert und sehr betrübt". Dem Sender RTE sagte er, die Blauhelme seien auf einer "routinemäßigen" Fahrt in die libanesische Hauptstadt gewesen, als ihre Fahrzeuge getrennt wurden. "Eines von ihnen wurde von einem feindseligen Mob umzingelt (...), es fielen Schüsse und leider wurde einer unserer Soldaten getötet", sagte Coveney.
Der Sprecher der islamistischen Hisbollah, Wafik Safa, sagte dem libanesischen Fernsehsender LBCI, der Vorfall sei "unbeabsichtigt" gewesen. Auch nach seinen Angaben waren die Blauhelme "auf einer ungewöhnlichen Route" unterwegs gewesen.
Libanons Ministerpräsident Nadschib Mikati drückte sein "tiefes Bedauern" aus und kündigte Ermittlungen an.
Die Mission Unifil im Südlibanon an der Grenze zu Israel mit derzeit rund 10.000 Blauhelmsoldaten ist bereits seit mehr als 40 Jahren im Einsatz. Anlass für deren Gründung war eine siebentägige Militäroffensive Israels gegen palästinensische Kämpfer im Südlibanon im März 1978.
Die Aufgabe von Unifil war daher zunächst, einen Waffenstillstand und den Abzug israelischer Soldaten zu überwachen. 2006 wurde die Mission deutlich erweitert. Seitdem beteiligt sich auch die Bundeswehr im damals gegründeten sogenannten maritimen Einsatzverband an der Mission.
Th.Gonzalez--AT