-
Fünfzehn Jahre nach dem NSU bleiben Fragen zu Unterstützern offen
-
Hakeem Jeffries steht vor dem Aufstieg zum mächtigsten Demokraten im Kongress
-
Demokraten gewinnen in Texas Senatssitz und Gouverneursamt
-
Demokraten erobern bei US-Zwischenwahlen beide Kongresskammern
-
Abdul El-Sayed gewinnt Senatssitz in Michigan und schreibt Geschichte
-
Trump signalisiert nach Midterms Gesprächsbereitschaft mit den Demokraten
-
Wer immer funktioniert, muss nicht noch besser werden
-
Letzte Funksprüche zeigen Kontrollverlust vor Learjet-Absturz in Florida
-
Der Begriff „migrantisches Milieu“ belebt die Stadtbild-Debatte neu
-
Europas digitale Finanzinfrastruktur soll unabhängiger und robuster werden
-
Raiffeisen Bank International muss den geplanten Addiko-Deal neu strukturieren
-
Dobrindts Äußerung über „Chaoten“ löst Kritik von Grünen und Linken aus
-
Mehr als 1000 Berliner SPD-Mitglieder wenden sich gegen Rot-Grün-Rot um jeden Preis
-
Sachsen-Anhalts CDU ringt um Konsequenzen aus einem umstrittenen Papier
-
Niko Ilicevic stellt mit 16 Jahren den Bundesliga-Altersrekord ein
-
Der Berliner Gendarmenmarkt erzählt von französischer Einwanderung und Wandel
-
Kapstadts Konflikt mit Pavianen verschärft sich in wohlhabenden Vororten
-
NFL-Katastrophenangst: Helikopter fliegt direkt in Feuerwerk
Viele Geflohene aus Ukraine wollen dauerhaft in Deutschland bleiben
Ukrainische Geflüchtete bringen einer neuen Studie zufolge gute Voraussetzungen für eine Teilhabe in Deutschland mit - und viele von ihnen wollen dauerhaft hier bleiben. In einer am Donnerstag vorgestellten Umfrage unter Ukrainerinnen und Ukrainern gaben 26 Prozent an, dauerhaft in Deutschland bleiben zu wollen. Weitere 13 Prozent sagten, sie wollten mehrere Jahre hier bleiben. Im Schnitt seien die Geflüchteten hoch gebildet und gut motiviert, hieß es in der Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB).
An der Befragung nahmen rund elftausend Ukrainerinnen und Ukrainer teil. 34 Prozent von ihnen sagten, sie wollten nach Kriegsende Deutschland verlassen. 27 Prozent konnten noch keine Aussage treffen. Die überwiegende Mehrheit der Befragten - 76 Prozent - fühlte sich bei ihrer Ankunft "voll und ganz" oder "überwiegend" willkommen in Deutschland.
Die Befragung ergab, dass viele Geflüchtete inzwischen aktiv am Leben in Deutschland teilnehmen: 17 Prozent sind demnach hier bereits erwerbstätig. 60 Prozent leben in einer eigenen Wohnung. Die geflüchteten Kinder besuchen Schulen und einige auch Kitas. Knapp drei Viertel - 74 Prozent - der Geflohenen leben demnach in Privatunterkünften. Weitere 17 Prozent sind in Hotels und Pensionen untergekommen und lediglich neun Prozent in Gemeinschaftsunterkünften.
Nur wenige der Geflüchteten verfügen indes schon über gute deutsche Sprachkenntnisse: Acht von zehn Geflüchtete gaben in der Befragung an, dass sie keine oder eher schlechte Deutschkenntnisse besitzen. Zum Befragungszeitpunkt besuchten gleichwohl 51 Prozent der Erwachsenen einen Deutschkurs oder hatten diesen abgeschlossen. 36 Prozent nutzten dabei einen Integrationskurs oder ein anderes Kursangebot des Flüchtlingsamts Bamf.
Seit dem Kriegsbeginn am 24. Februar ist mehr als eine Million Menschen aus der Ukraine nach Deutschland geflohen. 60 Prozent der Befragten nannten als Motiv für die Wahl Deutschlands als Zielland, dass bereits Familienangehörige, Freundinnen und Freunde oder Bekannte hier leben.
Viele der Flüchtlinge wollen länger bleiben, erklärte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD). "Deshalb ist es richtig, dass sie eine Perspektive auf dem deutschen Arbeitsmarkt haben." Dazu gehöre auch, dass Sprachangebote oder die Angebote zu Arbeitsvermittlung breit genutzt würden. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) erklärte, sie sei "sehr stolz auf die Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft in unserem Land".
80 Prozent der erwachsenen Geflüchteten sind der Untersuchung zufolge Frauen, von denen 48 Prozent mit minderjährigen Kindern in einem Haushalt leben. Nur etwas mehr als 20 Prozent der Frauen kamen mit einem Partner. 76 Prozent der ukrainischen Geflüchteten erhielten demnach eine zunächst bis März 2024 befristete Aufenthaltserlaubnis, 18 Prozent eine Fiktionsbescheinigung, die bis zur Erteilung der Aufenthaltserlaubnis ausgestellt wird.
Mit der Aufenthaltserlaubnis ist es ukrainischen Geflüchteten möglich, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen oder Leistungen vom Jobcenter oder Sozialamt zu beziehen. Zudem werden sie mit der Übernahme in das Grundsicherungssystem des Sozialgesetzbuch II im Bedarfsfall schnell in die Förderstruktur der Jobcenter integriert.
Überdurchschnittlich viele der Geflüchteten weisen den Ergebnissen zufolge ein hohes Bildungsniveau auf. So liegt das durchschnittliche Bildungsniveau der in Deutschland lebenden geflohenen Erwachsenen deutlich höher als das der Bevölkerung in der Ukraine: 72 Prozent verfügen über Hochschulabschlüsse oder vergleichbare Abschlüsse. In der Ukraine sind es insgesamt 50 Prozent.
Die erste repräsentative Studie über die Lebenssituation von nach Deutschland geflohenen Ukrainerinnen und Ukrainern nahm das BiB gemeinsam mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, dem Forschungszentrum des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf) und dem Sozio-ökonomischen Panel des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung vor.
W.Moreno--AT