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Ukrainische Geflüchtete haben gute Voraussetzungen für Teilhabe in Deutschland
Ukrainische Geflüchtete bringen gute Voraussetzungen für eine Teilhabe in Deutschland mit. Sie sind hoch gebildet und gut motiviert, wie aus einer am Donnerstag in Berlin vorgestellten Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) und anderer Stellen hervorgeht. Knapp drei Viertel - 74 Prozent - von ihnen leben in Privatunterkünften. Weitere 17 Prozent sind in Hotels und Pensionen untergekommen und lediglich neun Prozent in Gemeinschaftsunterkünften.
An der Befragung nahmen rund 11.000 Ukrainerinnen und Ukrainer teil. Viele von ihnen nehmen inzwischen aktiv am Leben in Deutschland teil: 17 Prozent sind der Erhebung zufolge hier bereits erwerbstätig. Die Hälfte besucht einen Sprachkurs, und 60 Prozent leben in einer eigenen Wohnung. Die geflüchteten Kinder besuchen Schulen und einige auch Kitas. Seit dem Kriegsbeginn am 24. Februar sind mehr als eine Million Menschen aus der Ukraine nach Deutschland geflohen.
Während die meisten ukrainischen Geflüchteten planen, nur zeitlich begrenzt in Deutschland zu bleiben, möchte ein Viertel gleichwohl dauerhaft hier leben. 60 Prozent nannten als Motiv für die Wahl Deutschlands als Zielland, dass bereits Familienangehörige, Freundinnen und Freunde oder Bekannte hier leben.
80 Prozent der erwachsenen Geflüchteten sind Frauen, von denen 48 Prozent mit minderjährigen Kindern in einem Haushalt leben. Nur etwas mehr als 20 Prozent der Frauen kamen mit einem Partner, während bei den Männern etwas mehr als 70 Prozent mit Partnerin kamen.
Mit der Aktivierung der sogenannten "Richtlinie zum vorübergehenden Schutz" durch die EU sei schnell Planungssicherheit geschaffen worden, hieß es in der Studie weiter. 76 Prozent der ukrainischen Geflüchteten haben demnach eine zunächst bis März 2024 befristete Aufenthaltserlaubnis erhalten, 18 Prozent eine Fiktionsbescheinigung, die bis zur Erteilung der Aufenthaltserlaubnis ausgestellt wird.
Mit der Aufenthaltserlaubnis ist es ukrainischen Geflüchteten möglich, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen oder Leistungen vom Jobcenter oder Sozialamt zu beziehen. Zudem werden sie mit der Übernahme in das Grundsicherungssystem des Sozialgesetzbuch II im Bedarfsfall schnell in die Förderstruktur der Jobcenter integriert.
Überdurchschnittlich viele der Geflüchteten weisen den Ergebnissen zufolge ein hohes Bildungsniveau auf. So liegt das durchschnittliche Bildungsniveau der in Deutschland lebenden Erwachsenen deutlich höher als das der Bevölkerung in der Ukraine: 72 Prozent verfügen über Hochschulabschlüsse oder vergleichbare Abschlüsse. In der Ukraine sind es insgesamt 50 Prozent.
Die erste repräsentative Studie über die Lebenssituation von nach Deutschland geflohenen Ukrainerinnen und Ukrainern hat das BiB gemeinsam mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), dem Forschungszentrum des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF-FZ) und dem Sozio-ökonomische Panel (SOEP) des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) vorgenommen.
Nur wenige der Geflüchteten verfügen indes schon über gute deutsche Sprachkenntnisse: Acht von zehn Geflüchtete gaben in der Befragung an, dass sie keine oder eher schlechte Deutschkenntnisse besitzen. Zum Befragungszeitpunkt besuchten gleichwohl 51 Prozent der Erwachsenen einen Deutschkurs oder hatten diesen abgeschlossen. 36 Prozent haben dabei einen Integrationskurs oder ein anderes Kursangebot des BAMF genutzt.
Zwei Monate nach dem Zuzug besuchten neun Prozent der Befragten einen Deutschkurs, nach vier Monaten 33 Prozent und nach sechs Monaten 49 Prozent. Kinder besuchen mehrheitlich deutsche Schulen und teilweise Kitas. Insbesondere Kinder, deren Eltern einen Sprachkurs besuchen oder einer Erwerbstätigkeit nachgehen, besuchen oft eine Kinderbetreuungseinrichtung.
B.Torres--AT