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Iranischer Präsident Raisi bedankt sich bei Studenten für Vermeidung von "Unruhen"
Der ultrakonservative iranische Präsident Ebrahim Raisi hat Studenten dafür gedankt, eine Ausbreitung von "Unruhen" an den Universitäten verhindert zu haben. "Ich danke den (...) einsichtsvollen Studenten, die nicht zugelassen haben, dass an der Universität eine Atmosphäre der Unruhen entsteht", sagte Raisi bei einem Besuch in der Universität von Teheran am Mittwoch und verwendete dabei den von den Behörden benutzten Begriff für die Proteste.
Im Iran protestieren die Menschen seit Mitte September gegen die Führung in Teheran. Ausgelöst wurden die Demonstrationen durch den Tod der jungen Kurdin Mahsa Amini, die kurz nach ihrer Festnahme durch die Sittenpolizei wegen eines nicht ordnungsgemäß getragenen Kopftuchs gestorben war. Aktivisten werfen der Polizei vor, die junge Frau misshandelt zu haben. Studenten im ganzen Land unterstützen die Proteste.
Raisis Besuch fand anlässlich des jährlichen "Tages des Studenten" am 7. Dezember statt, der an drei im Jahr 1953 von Sicherheitskräften des Schahs getötete Studenten erinnert.
"Diejenigen, die unsere Angehörigen auf brutale und ungerechte Weise töten, sind Unruhestifter", sagte Raisi. "Unser Volk und die Studenten verstehen den Unterschied zwischen Protesten und Unruhen."
Seit Beginn der Proteste beschuldigen die Behörden die "Feinde" des Iran, allen voran die USA, das Land destabilisieren zu wollen. Die USA wollten den Iran schwächen, sagte Raisi. "Sie wollen, dass der Iran ein zweites Syrien oder Afghanistan wird - aber sie haben sich verkalkuliert."
Raisi kritisierte vor den Studenten auch die westlichen Sanktionen gegen den Iran, die nach seiner Ansicht der iranischen Bevölkerung "lebensnotwenige Medikamente vorenthalte".
Indes lobte der reformorientierte ehemalige Präsident Mohammad Chatami die Protestbewegung und bezeichnete ihren Hauptslogan "Frau, Leben, Freiheit" als "schöne Botschaft, die den Weg in (...) eine bessere Zukunft weist".
Freiheit und Sicherheit dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden, sagte Chatami in einer von der Nachrichtenagentur Isna am Vorabend des Studententags zitierten Erklärung. Er verurteilte die Festnahme von an den Protesten beteiligten Studenten. Repressionen könnten die Sicherheit der Universitäten und der Gesellschaft nicht gewährleisten, sagte er. Vielmehr müssten die Behörden "den Studenten eine helfende Hand (...) reichen" und mit ihrer Hilfe die "falschen Aspekte der Regierungsführung" erkennen. Chatami war zwischen 1997 und 2005 Präsident des Iran.
E.Hall--AT