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Medikamente bei Hitze: Welche Arzneimittel das Risiko für Dehydrierung und Kreislaufprobleme erhöhen
Hohe Temperaturen belasten den Körper stark, doch einige häufig verschriebene Medikamente können diese natürliche Regulation stören. Laut dem Centers for Disease Control and Prevention (CDC) erhöhen Arzneimittel wie Antidepressiva, Blutdrucksenker und Entwässerungstabletten das Risiko für Dehydrierung, Kreislaufprobleme und im schlimmsten Fall Organschäden. Besonders gefährdet sind Senioren und Menschen mit Polypharmazie.
Hohe Temperaturen stellen für den menschlichen Organismus eine erhebliche Belastung dar. Um die Körpertemperatur stabil zu halten, weiten sich bei Hitze die Blutgefäße, der Körper beginnt zu schwitzen und passt den Flüssigkeitshaushalt an. Diese natürlichen Mechanismen dienen dazu, überschüssige Wärme abzugeben. Doch einige häufig verschriebene Arzneimittel können diese Prozesse laut einem Leitfaden des US-Gesundheitszentrums Centers for Disease Control and Prevention (CDC) erheblich stören.
Die Auswirkungen reichen von einer verminderten Schweißproduktion bis hin zu einem verstärkten Flüssigkeitsverlust oder einer Senkung des Blutdrucks. Diese Faktoren können das Risiko für Austrocknung, Kreislaufprobleme, Stürze und in schweren Fällen Organschäden erhöhen. Betroffen sind dabei unter anderem Patienten, die Medikamente gegen Depressionen, Angststörungen, Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS), Bluthochdruck und Herzkrankheiten einnehmen.
Besonders relevant ist die Kombination mehrerer Medikamente. Menschen, die verschiedene Arzneimittel gleichzeitig nehmen, können mehreren dieser negativen Effekte ausgesetzt sein. Welche spezifischen Kombinationen das höchste Risiko darstellen, ist jedoch noch nicht ausreichend untersucht.
Antidepressiva spielen eine zentrale Rolle bei der Hitzeregulation. Bei sogenannten SSRI- und SNRI-Antidepressiva wie Sertralin, Fluoxetin, Escitalopram und Venlafaxin kann die Schweißproduktion verändert sein. Bei manchen Patienten führt dies zu verstärktem Schwitzen, was bei großer Hitze einen zusätzlichen Flüssigkeitsverlust bedeutet. Wird dieser nicht durch ausreichendes Trinken ausgeglichen, droht eine Dehydrierung.
Im Gegensatz dazu können ältere trizyklische Antidepressiva die Schweißproduktion verringern. Dies ist bei hohen Temperaturen ebenfalls problematisch, da der Körper die Wärme dann schlechter abgeben kann. Auch bestimmte Medikamente gegen Psychosen und bipolare Erkrankungen beeinflussen die Temperaturregulation. Untersuchungen früherer Hitzewellen haben einen Zusammenhang zwischen bestimmten Psychopharmaka und einem höheren Risiko für schwere gesundheitliche Folgen aufgezeigt.
Stimulanzien zur Behandlung von ADHS, etwa Methylphenidat, können laut Studien ebenfalls die Reaktion des Körpers auf Hitze verändern. Sie erhöhen möglicherweise die Körpertemperatur und verengen die Blutgefäße, wodurch die Wärmeabgabe erschwert wird. Zudem besteht die Gefahr, dass Betroffene später bemerken, dass ihr Körper bereits stark belastet ist.
Nicht nur Psychopharmaka sind betroffen. Auch Medikamente gegen Bluthochdruck und Herzkrankheiten können die Belastung durch Hitze verstärken. Diuretika, umgangssprachlich Entwässerungstabletten genannt, fördern die Ausscheidung von Flüssigkeit und verursachen so bei Hitze einen zusätzlichen Verlust. Zudem können sich wichtige Elektrolyte im Körper verändern.
Auch ACE-Hemmer und sogenannte Sartane können eine Rolle spielen. Sie senken unter bestimmten Umständen den Blutdruck weiter und können die Wahrnehmung von Durst beeinflussen. Betablocker wiederum verändern die Durchblutung der Haut, wodurch der Körper Wärme weniger effektiv abgeben kann.
Für ältere Menschen ist das Thema besonders relevant. Sie nehmen häufiger mehrere Medikamente gleichzeitig ein und leiden öfter unter chronischen Erkrankungen, was die Auswirkungen großer Hitze verstärken kann. Eine Untersuchung älterer US-Patienten zeigte, dass bestimmte Medikamente mit einem erhöhten Risiko für hitzebedingte Krankenhausaufenthalte verbunden sein können. Dazu gehörten Diuretika, Antipsychotika, Betablocker und bestimmte Blutdruckmedikamente.
Das individuelle Risiko hängt zudem von den Lebensbedingungen ab. Wer körperlich im Freien arbeitet, in einer stark aufgeheizten Wohnung lebt oder keinen Zugang zu einem kühlen Raum hat, ist länger hohen Temperaturen ausgesetzt.
Bei großer Hitze sollten ungewöhnliche Beschwerden nicht ignoriert werden. Starker Schwindel, Schwäche oder Kreislaufprobleme können auf eine zunehmende Belastung hindeuten. Besonders ernst sind Verwirrtheit, eine veränderte geistige Verfassung oder auffälliges Verhalten. Solche Symptome können auf einen Hitzschlag hinweisen, der einen medizinischen Notfall darstellt.
Trotz der möglichen Risiken gilt: Medikamente sollten während einer Hitzewelle nicht eigenständig abgesetzt oder in ihrer Dosierung verändert werden. Ein plötzliches Absetzen kann bei vielen Arzneimitteln erhebliche gesundheitliche Folgen haben. Stattdessen sollten Betroffene mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt besprechen, ob bei hohen Temperaturen besondere Vorsichtsmaßnahmen notwendig sind.
Sinnvoll ist es, die persönliche Medikamentenliste vor einer heißen Wetterperiode überprüfen zu lassen. Dabei lässt sich klären, welche Arzneimittel den Flüssigkeitshaushalt, das Schwitzen oder die Temperaturregulation beeinflussen können. Wer Medikamente einnimmt, die die Hitzeverträglichkeit beeinträchtigen, sollte besonders auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr und eine kühle Umgebung achten. Körperliche Anstrengung während der heißesten Stunden sollte vermieden werden.
Auch die richtige Lagerung von Medikamenten ist wichtig. Extreme Temperaturen können bestimmte Arzneimittel und medizinische Geräte beschädigen. Insulin beispielsweise kann durch starke Hitze seine Wirksamkeit verlieren.
K.Hill--AT