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Tödliche Schüsse auf entlaufenen Tiger: Ermittlungen zu Ausbruch in Schkeuditz
Nach tödlichen Polizeischüssen auf einen Tiger im sächsischen Schkeuditz laufen die Ermittlungen zu dem Umständen des Vorfalls. Die Untersuchung solle klären, wie es zum "Ausbruch" des Tiers aus seinem Gehege gekommen sei, teilte ein Polizeisprecher am Montag in Leipzig mit. Während der Flucht des privat gehaltenen Tigers war ein 72-Jähriger schwer verletzt worden. Laut Polizei hielt er sich "berechtigt" im Gehege auf.
Das entlaufene Raubtier war am Sonntagmittag von per Notruf alarmierten Einsatzkräften der Polizei erschossen worden, nachdem sie es an einer Gartenanlage im Schkeuditzer Ortsteil Dölzig entdeckt hatten. Dadurch hätten Gefahren für Anwesende in dem Bereich abgewendet werden sollen, erklärte die Polizei. Der verletzte Mann sei aus dem Gehege geholt und mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht worden.
Nach Angaben des Landratsamts Nordsachsen leben nach dem Tod des Tiers in der Privathaltung noch acht weitere Tiger. Die Behörden forderten die Besitzerin in der Vergangenheit bereits auf, Haltungsbedingungen der Raubtiere an tierschutzrechtliche Vorgaben anzupassen, wie ein Sprecher des Landratsamts am Montag in Torgau mitteilte. Dabei geht es demnach um den Tigern zur Verfügung stehende Innen- und Auslaufflächen.
"Das Landratsamt Nordsachsen arbeitet seit geraumer Zeit daran, die Haltungssituation der Tiger in Dölzig zu verbessern", erklärte der Sprecher weiter. Das Amt ist demnach für eine Kontrolle der Haltungsbedingungen zuständig, aber nicht die Ermittlungen zum Ausbruch.
Medienberichten zufolge werden die Tiere von einer früheren Zirkusdompteurin gehalten, deren Betrieb schon länger umstritten ist. Sie bietet laut eigener Internetseite dort unter anderem "Tiger-Streichel-Events" an.
Laut Landratsamt handelte es sich bei dem erschossenen Tiger um ein Tier namens Sandokan. Laut Internetseite der Besitzerin handelte es sich um ein rund 280 Kilogramm schweres Männchen, das als ängstlich bekannt war. "Wenn er etwas nicht einschätzen kann, und das passiert leider schon bei Kleinigkeiten, ist er schnell überfordert und wird unsicher", heißt es dort unter anderem. Dies könne unerwartete Angriffe auslösen.
Der Vorfall löste eine Debatte um schärfere Vorgaben zur Privathaltung von Raubtieren aus. Ein Sprecher des Bundeslandwirtschaftsministeriums in Berlin betonte am Montag, aus Sicht der Bundesregierung ergebe sich aus dem aktuellen Einzelfall keine Notwendigkeit einer Überprüfung. Es gebe zahlreiche gesetzliche Vorgaben mit detaillierten Beschreibungen.
A.Moore--AT