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Neue Epstein-Akten bringen britischen Ex-Prinzen Andrew weiter in Bedrängnis
Das US-Justizministerium hat Millionen weitere Akten über den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein veröffentlicht - sie enthalten unter anderem Details, die den britischen Ex-Prinzen Andrew weiter in Bedrängnis bringen. Den am Freitag (Ortszeit) freigegebenen Akten zufolge schlug Epstein Andrew Mountbatten-Windsor 2010 ein Treffen mit einer Russin vor - kurz nachdem Epstein eine Strafe wegen Prostitution Minderjähriger abgesessen hatte.
Auch die Namen des Tech-Multimilliardärs Elon Musk und von Microsoft-Gründer Bill Gates tauchen in den Akten erneut auf. Das US-Justizministerium prangerte zudem "unwahre Behauptungen" in den Dokumenten über Präsident Donald Trump an.
Der Investmentbanker Epstein stand unter Verdacht, tausende Minderjährige und junge Frauen missbraucht und teils an Prominente vermittelt zu haben. Er war erstmals 2008 verurteilt worden, weil er die Dienste von minderjährigen Prostituierten in Anspruch genommen hatte. Wegen eines umstrittenen Deals mit der Staatsanwaltschaft erhielt er damals aber nur eine 18-monatige Haftstrafe.
2019 wurde er unter anderem wegen des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen erneut festgenommen. Rund einen Monat später wurde er erhängt in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden, nach offiziellen Angaben beging er Suizid.
Laut jetzt veröffentlichten Dokumenten schrieb Epstein in einer E-Mail von 2010 an Prinz Andrew, dass er eine Freundin habe, "mit der Sie vielleicht gerne zu Abend essen würden", wenn diese vom 20. bis 24. August nach London komme. Die Frau sei "26 Jahre alt, Russin, klug und schön". Andrew antwortete, dass er am 22. August in Genf sei, sich aber "sehr freuen würde, sie zu sehen".
Wochen später lud der Bruder des heutigen König Charles III. Epstein dann in den Buckingham-Palast ein. Ob das Treffen mit der Russin und der Besuch in dem Palast stattfanden, geht aus den Akten nicht hervor.
Charles hatte seinem Bruder wegen dessen Verbindungen zu Epstein im vergangenen Jahr alle königlichen Titel und Ehren aberkannt. Die US-Australierin Virginia Giuffre hatte den ehemaligen Prinzen beschuldigt, sie als 17-Jährige missbraucht zu haben.
Nach Angaben des stellvertretenden US-Justizministers Todd Blanche wurden am Freitag sprach mit Blick auf die neu veröffentlichten "mehr als drei Millionen Seiten" an Material über Epstein auf einer Website des Ministeriums veröffentlicht. Darunter seien mehr als 2000 Videos sowie 180.000 Fotos.
Die Freigabe der Dokumente war überfällig: Laut einem Gesetz des US-Kongresses hätte die Regierung nahezu alle Akten bereits bis zum 19. Dezember veröffentlichen sollen. Bislang war dies aber nur mit einem Bruchteil der Dokumente geschehen.
Die Trump-Regierung begründet die Verzögerungen mit der Notwendigkeit, die Identität der Opfer Epsteins unkenntlich zu machen. Auch in den neuen Akten gibt es zahlreiche geschwärzte Stellen. Darunter sind laut der Erklärung des Justizministeriums auch "einige pornografische Bilder". "Prominente Persönlichkeiten und Politiker" seien hingegen nicht geschwärzt worden.
Mehrere Opfer des Missbrauchskandals hielten den Behörden allerdings vor, dass Informationen über sie in den Akten sichtbar seien, "während die Männer, die uns missbraucht haben, weiterhin versteckt und geschützt bleiben". Der Brief wurde von 19 Missbrauchsopfern unterzeichnet, von denen einige Pseudonyme oder nur Initialen verwendeten. In dem Brief wird die "vollständige Freigabe der Epstein-Akten" gefordert.
Die Dokumente enthalten auch Listen der US-Bundespolizei FBI mit größtenteils anonym erhobenen Anschuldigungen gegen Trump. Das FBI ging demnach einigen dieser Hinweise nach und stufte diese zum Teil als nicht glaubhaft ein. Das Justizministerium erklärte, die Akten enthielten "unwahre und sensationshaschende Behauptungen" über den US-Präsidenten.
Das Weiße Haus habe keinen Einfluss auf die Sichtung der Dokumente gehabt, beteuerte Blanche, der früher Trumps Anwalt war. "Wir haben Präsident Trump nicht geschützt", betonte er.
Die oppositionellen Demokraten hatten der Trump-Regierung wegen der Verzögerung einen Gesetzesbruch vorgeworfen. Zudem beschuldigten die Demokraten den Präsidenten, sich mit der langsamen Aktenfreigabe selbst schützen zu wollen.
Trump hatte sich monatelang gegen die Freigabe der Dokumente gesperrt. Er bestreitet engere Beziehungen zu Epstein. Bisher veröffentlichte Fotos und Dokumente legen das Gegenteil nahe. Ein persönliches Fehlverhalten konnte dem Präsidenten bisher aber nicht nachgewiesen werden.
In den jetzt veröffentlichten Dokumenten tauchen Namen auf, die bereits in den zuvor veröffentlichten Epstein-Akten erwähnt worden waren. In einem E-Mail-Entwurf schrieb Epstein demnach über Microsoft-Gründer Gates, er habe diesem geholfen, "Medikamente zu besorgen", damit Gates "Folgen von Sex mit russischen Mädchen" bewältigen könne. Zudem habe er dem Unternehmer "heimliche Treffen mit verheirateten Frauen" ermöglicht. Gates' Stiftung erklärte, es handele sich um "absolut absurde und vollkommen falsche Behauptungen".
Die Dokumente enthalten auch mehrere Mailwechsel zwischen Musk und Epstein. In einer Nachricht fragt Musk Epstein: "An welchem Tag oder Nacht findet die wildeste Party auf deiner Insel statt?"
In den neu veröffentlichten Dokumente fallen weitere prominente Namen. Darunter ist der des britischen Milliardärs Richard Branson, der Epstein demnach auffordert, seinen "Harem" beim nächsten Treffen mitzubringen.
Auch der damalige Geschäftsmann und heutige US-Handelsminister Howard Lutnick taucht in den Akten auf. Offenbar plante er ein Mittagessen auf Epsteins privater Karibikinsel. "Wir kommen aus Saint Thomas zu Ihnen", schrieb Lutnicks Ehefrau an die Sekretärin Epsteins und fragte, wo sie den Anker werfen sollten.
E.Rodriguez--AT