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Deutschland rüstet sich für Schneefront - Schulausfälle und tödliche Unfälle
Deutschland rüstet sich für eine Schneefront mit Sturm und gefrierendem Regen. Ab Donnerstagabend drohen dem Deutsche Wetterdienst zufolge in weiten Teilen des Landes gefährliche Niederschläge, vor allem im Norden und Nordosten werden am Freitag demnach teils unwetterartige Schneemengen von bis zu 20 Zentimetern und Schneeverwehungen erwartet. Schon am Donnerstag hatte der Wintereinbruch das Land im Griff. Es gab Zugausfälle im Fernverkehr der Deutschen Bahn, auch im Nahverkehr sowie auf Straßen gab es Behinderungen und zahlreiche Glätteunfälle.
Insbesondere in Norddeutschland, wo bereits in den vergangenen Tagen die massivsten Schneefälle seit Jahren zu verzeichnen waren, schrillten die Alarmglocken. In Hamburg, Bremen sowie etlichen Landkreisen in Niedersachsen entschieden die Behörden, den Präsenzunterricht an Schulen am Freitag ausfallen zu lassen. Der Hamburger Senat und der Landesfeuerwehrverband in Schleswig-Holstein riefen Menschen auf, am Freitag möglichst zu Hause zu bleiben und unnötige Wege zu vermeiden.
Schon am Donnerstag arbeiteten Räumdienste bundesweit auf Hochtouren, vielerorts gab es trotzdem Behinderungen. Neben dem Straßen- war auch der Nah- und Regionalverkehr betroffen. In Hamburg gab es Ausfälle und Beeinträchtigungen bei den S- und U-Bahnen sowie im Busverkehr, wie die Betreiber erklärten. Auch Strecken im Regionalverkehr der Bahn in Schleswig-Holstein und Niedersachsen waren teils betroffen.
Im Straßenverkehr gab es zahlreiche Unfälle mit teilweise tödlichem Ausgang. Bei Gehrde in Niedersachsen starb am Donnerstagmorgen ein Autofahrer, als er nach Polizeiangaben auf einer glatten Bundesstraße die Kontrolle über seinen Wagen verlor und gegen einen Baum prallte. In Baden-Württemberg starb ein 86-Jähriger, nachdem er am Mittwoch in Villingendorf von einem abbiegenden Streufahrzeug erfasst worden war.
Schuld an der Wetterlage ist nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts das Sturmtief "Elli", das sich mit einer Warmfront von Südwesten her nähert und Schnee und Regen bringt. Zunächst werden am Donnerstag in vielen Regionen nur eher leichte Schneefälle erwartet, im Süden Regen oder gefrierender Regen. Am Freitag soll es stürmischer werden. Vor allem im Norden und Osten erwarten die Meteorologen dann massivere Schneefälle, in Kombination mit Sturmböen drohen Schneeverwehungen.
Bereits am Donnerstag galten amtliche Unwetterwarnungen aufgrund von Schneeverwehungen für Teile Schleswig-Holsteins, Niedersachsen sowie Hamburgs. Der Hamburger Senat erklärte, die Stadtreinigung sei seit Tagen mit mehr als 730 Mitarbeitern und 360 Fahrzeugen im Einsatz. "Angesichts der enormen Schneemengen, die eine Ausnahmesituation darstellen, stoßen die Räumarbeiten jedoch an Grenzen.". In Hamburg habe es bereits zuletzt so viel geschneit wie seit 15 Jahren nicht.
Auch andere Bundesländer bereiteten sich auf die nahende Schnee- und Sturmfront vor. In Rostock sollte der Zoo am Freitag schließen. In Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg war es Eltern nach Angaben der Landesregierungen freigestellt, ihre Kinder wegen der Witterung am Freitag zu Hause zu lassen. In Mecklenburg-Vorpommern sollte in zwei Kreisen zudem der Schülerverkehr mit Bussen am Freitag ausfallen. Die Schulen in den drei Bundesländern bleiben aber offen.
In Hessen rief das Innenministerium dazu auf, am Freitag auf unnötige Auto- und Fahrradfahrten zu verzichten. Das Land sei voraussichtlich zwar weniger stark betroffen, trotzdem drohten witterungsbedingte Gefahren, erklärte Innenminister Roman Poseck (CDU). Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienste bereiteten sich dementsprechend vor. In Köln warnte die Stadtverwaltung vor Astabbrüchen durch Sturm, Schnee und gefrierenden Regen. Wälder und Parks sollten gemieden werden.
Die Deutsche Bahn empfahl ihren Kunden, Fernreisen zu vermeiden. Am Donnerstag meldete der Konzern erste Zugausfälle im Fernverkehr auf Strecken unter anderem zwischen Hamburg, Kiel, Rostock, Kopenhagen, Hannover und dem Ruhrgebiet. Auf mehreren Schnellstrecken, darunter zwischen Berlin und Wolfsburg sowie Köln und Frankfurt am Main, wurde zudem die Geschwindigkeit gesenkt, was zu Verspätungen führen kann.
Für vorab gekaufte Bahntickets für Fernreisen zwischen Freitag und Sonntag hob die Bahn aufgrund der Witterungslage die Zugbindung auf. Reisende sollten sich vor Reisebeginn über die Lage informieren und auf nicht nötige Fahrten verzichteten, erklärte der Konzern weiter.
Angesichts von Schnee und Temperaturen von teils deutlich unter null Grad Celsius kündigten viele Städte zusätzliche Bemühungen zum Schutz von Obdachlosen an, etwa ausreichende Kapazitäten und durchgehende Öffnungszeiten in Notunterkünften. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe warnte am Donnerstag vor akuter Lebensgefahr durch Unterkühlung und rief die Kommunen zum Handeln auf. In diesem Winter seien in Deutschland bereits mindestens vier Wohnungslose erfroren.
E.Rodriguez--AT