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Monsun setzt Nationalpark in Indien unter Wasser: Sechs seltene Nashörner tot
Die heftigen Monsun-Regenfälle im Nordosten Indiens haben auch einen Nationalpark unter Wasser gesetzt und sechs seltene Nashörner getötet. Die Überschwemmungen im Kaziranga-Nationalpark beträfen "Menschen und Tiere gleichermaßen", erklärte der Regierungschef des Bundesstaats Assam, Himanta Biswa Sarma, am Dienstag. Rettungskräfte seien "rund um die Uhr"damit beschäftigt, "allen zu helfen".
Nach Angaben von Wildhütern ertranken in den vergangenen Tagen sechs Nashörner und dutzende Hirsche in den Wassermassen. Am Montag hatte Sarma in den Online-Netzwerken ein Video verbreitet, das ein bis zum Kinn im Wasser stehendes Nashornkalb zeigte. Er habe eine "sofortige Rettung" des Tieres angeordnet, erklärte der Regierungschef.
Im Kaziranga-Nationalpark leben zwei Drittel der weltweiten Panzernashorn-Population. Im Jahr 2018 wurden in dem Park mehr als 2400 Exemplare gezählt. Die Weltnaturschutzunion (IUCN) stuft das einhörnige Nashorn auf ihrer Roten Liste als gefährdet ein.
Der Nationalpark, der zum Weltnaturerbe der Unesco gehört, wird fast jedes Jahr in der Regenzeit überflutet. Für das ökologische Gleichgewicht des Parks ist der Monsun-Regen sehr wichtig, für die Tiere können die Wassermassen aber zum Problem werden. "Obwohl es höher gelegene Gebiete gibt, die den Tieren Schutz bieten, leiden die Tiere, wenn der Park unter Wasser steht", sagte ein Nationalpark-Vertreter.
Monsun-Regen gibt es in Südasien gewöhnlich von Juni bis September, sie sind wichtig für die Wasserversorgung und geben den Menschen auch eine Verschnaufpause von der Sommerhitze. In den vergangenen Jahren brachten sie aber zunehmend Überschwemmungen, Erdrutsche und Zerstörung, wobei Experten zufolge der Klimawandel das Problem verschärft.
Im Nordosten Indiens und im benachbarten Bangladesch hatten heftige Monsun-Regenfälle in den vergangenen Wochen heftige Überschwemmungen verursacht. Allein in Assam gab es seit Mitte Mai mehr als 70 Tote, insgesamt waren mehr als 1,8 Millionen Menschen in 3000 Dörfern von den Überschwemmungen betroffen. Mittlerweile lasse das Hochwasser aber nach, erklärte Regierungschef Sarma. Für den Brahmaputra und seine Nebenflüsse gebe es an den meisten Orten keine Hochwasserwarnungen mehr.
P.Smith--AT