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Prozess gegen mutmaßliche Autoschieber wegen Millionensteuerbetrugs in Düsseldorf
Wegen millionenschweren Steuerbetrugs müssen sich fünf mutmaßliche Autoschieber seit Donnerstag vor dem Landgericht Düsseldorf verantworten. Die Europäische Staatsanwaltschaft (Eppo) in Köln wirft den Angeklagten bandenmäßige Steuerhinterziehung in großem Stil vor. Insgesamt geht es um hinterzogene Steuergelder in Höhe von mehr als 50 Millionen Euro. Der von der Anklagebehörde so bezeichnete Ermittlungskomplex "Huracán" richtetet sich gegen ein komplexes Netzwerk von dutzenden Beteiligten, die mit rund zehntausend Autos gehandelt haben sollen.
Der Betrug funktionierte demnach über eine Kette von Unternehmen und Scheinfirmen in mehreren europäischen Ländern. Die Beteiligten kauften über eine als legal getarnte Firma in Deutschland zunächst Autos bei Autohändlern und beantragten die Rückerstattung der gezahlten Umsatzsteuer vom deutschen Staat.
Anschließend verkauften die Verdächtigen die Autos an Firmen in Italien und Ungarn ohne Mehrwertsteuer weiter. Die von Endkunden gezahlte Mehrwertsteuer wurde schließlich von den kriminellen Firmen als Gewinn einbehalten.
Laut einer Gerichtssprecherin wurde am ersten Prozesstag die Anklage verlesen. Angeklagt sind vier Männer und eine Frau im Alter zwischen 36 und 51 Jahren. Zwischen Verteidigung und Staatsanwaltschaft soll es demnach ein Rechtsgespräch für eine Verständigung geben, weshalb der Prozess früher als geplant enden könnte. Zunächst wurden Prozesstage bis August festgesetzt.
In dem Ermittlungskomplex waren im Juni 2023 europaweit mehr als 500 Objekte durchsucht worden. Mehr als 60 Verdächtige sollen an dem Betrugssystem beteiligt gewesen sein. Nach Angaben der Eppo erzielte das Autoschiebernetzwerk zwischen 2017 und Juni 2023 einen betrügerischen Umsatz von mehr als 190 Millionen Euro. Die fünf Hauptverdächtigen in dem Fall wurden in Deutschland und Italien festgenommen.
N.Mitchell--AT