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Dänische Regierungschefin Frederiksen bei Angriff in Kopenhagen leicht verletzt
Kurz vor der Europawahl ist die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen auf einem Platz in Kopenhagen von einem Mann angegriffen und leicht verletzt worden. Die 46-Jährige habe bei der Attacke am Freitagabend ein "leichtes Schleudertrauma" erlitten, erklärte ihr Büro am Samstag. Frederiksen sei "erschüttert von dem Vorfall". Der Tatverdächtige wurde festgenommen. EU-Spitzenpolitiker verurteilten den Angriff.
Frederiksen wurde nach dem Angriff zur Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht, wie ihr Büro weiter mitteilte. Die Termine der Regierungschefin für Samstag seien abgesagt worden.
Der Tatverdächtige werde am Samstag in Kopenhagen von einem Richter befragt, der darüber entscheide, ob der 39-Jährige in Gewahrsam bleibe, teilte die Polizei im Onlinedienst X mit. Die Anhörung ist für 13.00 Uhr angesetzt.
Die Tat hatte sich am Freitagabend auf einem Platz im Zentrum der dänischen Hauptstadt ereignet. Zwei Zeuginnen sagten der Zeitung "BT", sie hätten Frederiksen um kurz vor 18.00 Uhr auf den Platz kommen sehen, als sie in der Nähe gesessen hätten. Ein Mann sei aus der entgegengesetzten Richtung gekommen und habe sie hart gegen die Schulter gestoßen, sodass sie zur Seite gefallen sei.
Es sei ein starker Stoß gewesen, Frederiksen sei jedoch nicht zu Boden gegangen. Anschließend habe sich die dänische Regierungschefin in einem nahe gelegenen Café hingesetzt, sagten die Zeuginnen weiter. Der Mann habe versucht wegzurennen. Er sei aber nicht weit gekommen, bevor Männer in Anzügen ihn gepackt und zu Boden gestoßen hätten.
Der Angriff auf die dänische Regierungschefin rief bei Spitzenpolitikern der EU Empörung hervor. EU-Ratspräsident Charles Michel verurteilte den "feigen Akt der Aggression" in einer Erklärung auf X. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach von einer "verabscheuungswürdigen" Tat, die allem widerspreche, "woran wir glauben und wofür wir in Europa kämpfen". EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola nannte den Angriff "empörend" und betonte, Gewalt habe keinen Platz in der Politik.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nannte die Tat "inakzeptabel". Er verurteile den Angriff "auf das Schärfste" und wünsche Frederiksen eine schnelle Genesung, schrieb Macron auf X.
Der dänische Umweltminister Magnus Heunicke erklärte, der Vorfall erschüttere alle, die Frederiksen nahe stünden. "So etwas darf in unserem schönen, sicheren und freien Land nicht passieren."
In der Slowakei war Mitte Mai Regierungschef Robert Fico nach einer Kabinettssitzung in der Kleinstadt Handlova niedergeschossen und lebensgefährlich verletzt worden. Er musste zwei Mal operiert werden.
Auch in Deutschland hatte es zuletzt wiederholt Angriffe auf Politiker gegeben. In Dresden war Anfang Mai der sächsische SPD-Europaabgeordnete Matthias Ecke niedergeschlagen und schwer verletzt worden. Zuvor sollen die mutmaßlichen Täter einen 28-Jährigen angegriffen haben, der für die Grünen Wahlplakate anbrachte. Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) wurde wenige Tage später bei einem Angriff leicht verletzt. Vergangene Woche Samstag wurde der CDU-Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter bei einem Angriff an einem Wahlkampfstand im baden-württembergischen Aalen leicht verletzt.
Frederiksen steht seit fünf Jahren an der Spitze der dänischen Regierung. 2019 war sie zur jüngsten Ministerpräsidentin in der Geschichte des Landes gewählt worden. Bei der Wahl im November 2022 wurden ihre Sozialdemokraten erneut stärkste Kraft.
Die Europawahl in Dänemark findet wie in Deutschland und den meisten anderen EU-Ländern am Sonntag statt.
Ch.P.Lewis--AT