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Weiterer russischer Journalist wegen Videos für Nawalny-Team festgenommen
In Russland ist ein weiterer, für ausländische Medien tätiger Journalist festgenommen worden, der das Team des verstorbenen Kreml-Kritikers Alexej Nawalny unterstützt haben soll. Wie die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) am Sonntag berichtete, wird Sergej Karelin "Extremismus" vorgeworfen. Er habe Videos für das Team von Nawalny produziert, lautet die demnach Anschuldigung. Karelin arbeitete bisher hauptsächlich für die US-Nachrichtenagentur.
AP teilte weiterhin mit, "sehr besorgt über die Festnahme des russischen Videojournalisten" zu sein. Die Agentur bemühe sich um weitere Informationen über die Strafverfolgung.
Am Samstag hatten die Behörden unter denselben Vorwürfen einen weiteren russischen Journalisten in Untersuchungshaft genommen. Wie der Pressedienst der Moskauer Gerichte mitteilte, wird Konstantin Gabow beschuldigt, "an der Vorbereitung von Fotos und Videos teilgenommen zu haben, die auf dem Youtube-Kanal 'NawalnyLive' veröffentlicht werden sollten". Bei "NawalnyLive" handelt es sich um eine der Online-Plattformen, die von Nawalnys Team genutzt wurde.
Medienberichten zufolge arbeitete Gabow für die russischen Fernsehsender Moskwa 24 und MIR, die belarussische Nachrichtenagentur Belsat und gelegentlich für die kanadische Nachrichtenagentur Reuters. Dem Justiz-Pressedienst zufolge soll er mindestens bis zum 27. Juni in U-Haft bleiben. Zu Karelins Fall äußerten sich die Behörden bisher nicht.
Nawalny, der prominenteste Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin, war nach Angaben der russischen Behörden am 16. Februar in einem Straflager in der Arktis gestorben. Dort saß er eine 19-jährige Haftstrafe ab.
Im Juni 2021 hatte die russische Justiz alle Organisationen Nawalnys als "extremistisch" eingestuft, so dass Mitarbeiter und Unterstützer Gefahr laufen, strafrechtlich verfolgt, inhaftiert und verurteilt zu werden. Dutzende Mitstreiter Nawalnys gingen ins Exil, um einer Gefängnisstrafe zu entgehen. Andere wurden zu langen Haftstrafen verurteilt.
H.Romero--AT