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Weitere Evakuierungen wegen Hochwasser in Kasachstan und Russland - Kreml besorgt
Angesichts der sich verschärfenden Hochwasser-Lage in Kasachstan und Russland haben tausende weitere Menschen ihre Häuser verlassen müssen. Seit Beginn der Überschwemmungen vergangenen Monat seien bereits 96.472 Menschen "gerettet und evakuiert" worden, teilte das kasachische Katastrophenschutzministerium am Mittwoch mit. Damit lag die Zahl um 10.000 höher als am Vortag. Tausende weitere Menschen mussten in russischen Hochwassergebieten ihre Häuser verlassen. Der Kreml äußerte sich besorgt.
In der nordkasachischen Stadt Petropawlowsk wurde eine Zwangsevakuierung gestartet. "Eine riesige Wassermenge bewegt sich auf Petropawlowsk zu", zitierten Staatsmedien den örtlichen Regierungschef Gaues Nurmuchambetow. "Ich betone: riesig."
Über die Lage in den russischen Hochwassergebieten sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Mittwoch: "Die Situation ist sehr, sehr angespannt." Die Wettervorhersagen für die betroffenen Gebiete seien nicht günstig. "Das Wasser steigt weiter", fügte Peskow hinzu. Großen Mengen Wasser erreichten "neue Regionen". Nach Angaben des Kreml-Sprechers plant der russische Staatschef Wladimir Putin aber weiterhin nicht, die Flutgebiete zu besuchen.
In der russischen Großstadt Orenburg unweit der Grenze zu Kasachstan lag der Pegel des Ural am Mittwochmorgen mit 9,78 Metern deutlich über der kritischen Marke von 9,30 Metern. Die Stadtverwaltung rechnete mit einem weiteren Anstieg um 30 bis 70 Zentimeter. "Alle Bewohner von möglichen Flutgebieten sollten Wertgegenstände und Dokumente nehmen und sofort ihre Häuser verlassen", erklärte die Stadtverwaltung im Onlinedienst Telegram.
In der gesamten Region Orenburg wurden bislang knapp 13.000 Häuser überschwemmt, davon etwa 1900 in der Stadt Orenburg. Mehr als 7700 Menschen wurden nach Angaben der Regionalregierung in Sicherheit gebracht.
Orsk, die zweitgrößte Stadt der Region, war weitgehend überflutet worden, nachdem am Freitag ein Damm am Ural gebrochen war. Am Mittwoch teilte die Stadtverwaltung mit, dass der Pegelstand um 29 Zentimeter gesunken sei. In der weiter östlich gelegenen Region Kurgan wurden nach Angaben von Einsatzkräften vorsorglich 1600 Menschen in Sicherheit gebracht.
Die Überschwemmungen in Kasachstan und Russland wurden durch heftige Regenfälle und eine schnelle Schnee- und Eisschmelze verursacht.
W.Moreno--AT