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Drei Frauen wegen Mordanschlags auf Hamburger Hells-Angels-Boss vor Gericht
Vor dem Landgericht Hamburg hat am Dienstag ein weiterer Prozess um einen versuchten Mordanschlag auf einen früheren Regionalchef der Rockergruppe Hells Angels vor rund fünfeinhalb Jahren begonnen. Angeklagt sind die Mutter sowie zwei Schwestern des bereits 2020 zu lebenslanger Haft verurteilten mutmaßlichen Anstifters. Die Staatsanwaltschaft wirft den Frauen vor, sich an der Planung beteiligt und damit Beihilfe geleistet zu haben.
Zwei der Beschuldigten im Alter von 35, 36 und 56 Jahren sollen sich laut Anklage am Tag vor dem Anschlag an einer zunächst erfolglosen Suche nach dem späteren Opfer beteiligt haben, die dritte Angeklagte war demnach telefonisch eingebunden. Zunächst wurden elf Verhandlungstage bis Juli angesetzt.
Bei dem Mordanschlag im August 2018 war der frühere Regionalchef der Hells Angels an einer Kreuzung in unmittelbarer Nähe der Reeperbahn in seinem Auto von mehreren Pistolenschüssen getroffen worden. Er überlebte mit schwersten Verletzungen und ist seitdem querschnittsgelähmt. Als Drahtzieher der Tat verurteilte das Hamburger Landgericht bereits im April 2020 einen früheren Anführer einer mit den Hells Angels konkurrierenden Rockergruppierung.
Bei diesem Prozess handelte es sich um ein neues Verfahren, nachdem ein erstes Urteil gegen den Mann aus dem Jahr 2019 vom Bundesgerichtshof wieder aufgehoben worden war. In beiden Verfahren gegen den mutmaßlichen Drahtzieher wurden zudem bereits mehrere Familienangehörige des Manns verurteilt - so etwa dessen ehemalige Freundin als Mittäterin zu zwölfeinhalb Jahren Haft und dessen Vater als Mitwisser des Anschlagsplans zu neuneinhalb Jahren Gefängnis.
Das Motiv des Mordanschlags auf das zur Tatzeit 38-jährige Opfer war nach früheren Feststellungen des Gerichts Rache. Demnach wollten sich der zum Zeitpunkt des Anschlags 28-jährige Anstifter und seine damalige Freundin für einen früheren Überfall rächen, bei dem sie selbst einige Jahre zuvor schwer verletzt worden waren. Der Drahtzieher selbst saß bei der Tat im Gefängnis, seinen Verwandte und seine frühere Freundin halfen ihm bei der Ausführung.
Seine als Mittäterin verurteilte Expartnerin etwa steuerte das Auto, aus dem ein angeheuerter Auftragsschütze beim Halt an einer roten Ampel auf den Luxussportwagen des Opfers feuerte. Bei dem bezahlten Schützen handelte es sich um einen psychisch kranken Mann. Er wurde in dem zweiten Prozess gegen den mutmaßlichen Anstifter 2020 vom Landgericht zu sechs Jahren und neun Monaten Haft verurteilt, die er in einer Psychiatrie verbringen sollte.
T.Wright--AT