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Nach Erdbeben in Taiwan noch dutzende Menschen in Tunneln verschüttet
Einen Tag nach dem schweren Erdbeben in Taiwan haben Helfer am Donnerstag fieberhaft daran gearbeitet, dutzende in Straßentunneln verschüttete Menschen zu befreien. Insgesamt waren nach Behördenangaben mehr als 600 Menschen weiterhin von der Außenwelt abgeschnitten, die meisten von ihnen in einem Luxushotel und einer Freizeiteinrichtung, deren Zufahrtswege durch Erdrutsche versperrt waren. Sechs Arbeiter konnten derweil in einer dramatischen Aktion per Hubschrauber aus einem Gips-Bergwerk gerettet werden.
Während die Behörden Kontakt zu rund 600 von der Außenwelt abgeschnittenen Menschen herstellen konnten, war das Schicksal von 38 weiteren noch unklar.
In der am schwersten betroffenen Stadt Hualien suchten mehr als hundert Menschen aus Angst vor Nachbeben in Zelten auf dem Gelände einer Grundschule Zuflucht, darunter der an der örtlichen Universität lehrende Professor Hendri Sutrisno mit seiner Frau und dem gemeinsamen Baby. "Wir haben hier alles, was wir brauchen - Decken, eine Toilette und einen Ort, um auszuruhen", sagte der 30-Jährige. Am Donnerstag waren zahlreiche Nachbeben zu spüren, allerdings waren sie deutlich schwächer als am Vortag.
Bei dem Erdbeben der Stärke 7,4 am Mittwoch waren laut jüngsten Angaben zehn Menschen ums Leben gekommen und mehr als tausend weitere verletzt worden, zahlreiche Gebäude wurden beschädigt. Es war das schwerste Beben in Taiwan seit einem Vierteljahrhundert.
Hunderte Menschen harrten derweil in einem Luxushotel und einem Jugend-Sportzentrum in der Nähe des Taroko-Nationalparks aus, weil die Zufahrtsstraßen durch Erdrutsche blockiert waren. Am Donnerstagnachmittag gelang es, eine andere Straße zu dem Park freizuräumen, dutzende Menschen konnten dadurch rund 30 Stunden nach dem Beben gerettet werden. Helfer verteilten Trinkwasserflaschen und führten die Geretteten zu Sanitätszelten.
Neben der Suche nach Vermissten und Eingeschlossenen liefen umfangreiche Maßnahmen an, um beschädigte Straßen zu reparieren und Gebäude in gefährlicher Schieflage zu stützen. Derweil begann das zweitägige Qingming-Fest, an dem taiwanische Familien traditionell die Gräber ihrer Vorfahren besuchen. Präsidentin Tsai Ing-wen rief die Bevölkerung auf, wegen der Gefahr weiterer Erdrutsche und Steinschlags nicht in die Bergregionen zu reisen, sofern dies nicht unbedingt nötig sei.
O.Brown--AT