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Indonesien: Mindestens fünf Insassen von gekentertem Rohingya-Boot tot geborgen
Mehrere Tage nach dem Kentern eines mit dutzenden Rohingya-Flüchtlingen besetzten Bootes vor der indonesischen Küste haben Rettungskräfte die Leichen von mindestens fünf der Insassen geborgen. Die Sprecherin der indonesischen Sektion des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, Mitra Suryono, erklärte, vier Leichen seien vor der Küste des Regierungsbezirks Aceh Jaya an der Nordspitze Sumatras gefunden worden, eine weitere in West-Aceh, wo das Boot rund 30 Kilometer vor der Küste gekentert war.
Die Behörden hatten am Freitag die Suche nach Vermissten eingestellt, nachdem sie am Donnerstag 69 Insassen des Boots aus dem Meer gerettet hatten. Sechs weitere waren bereits am Mittwoch von Fischern gerettet worden. Die Überlebenden hatten mehr als einen Tag lang mit den Überresten ihres gekenterten Bootes im Meer getrieben.
Da nach Angaben von Überlebenden rund 150 Menschen an Bord des Boots waren, wird von dutzenden Todesopfern ausgegangen. Es würde sich somit nach UNHCR-Angaben um das Bootsunglück mit dem meisten toten Rohingya-Flüchtlingen in diesem Jahr handeln.
Indonesien ist eines der Ziele, welches die Rohingya von Bangladesch aus ansteuern, wo sich etwa eine Million Flüchtlinge aufhalten. Die meisten von ihnen waren 2017 aus ihrer Heimat Myanmar geflüchtet, nachdem das dortige Militär gewaltsam gegen die überwiegend muslimische Minderheit vorgegangen war. Aufgrund der prekären Lebensbedingungen in den überfüllten Flüchtlingslagern in Bangladesch treten jährlich tausende Rohingya die teure und gefährliche Überfahrt in Richtung Malaysia oder Indonesien an.
O.Gutierrez--AT